14.05.2018 14:04
Quelle: schweizerbauer.ch - Esther Schneiter
Blog
1000 kleine Arbeiten
Esther Schneiter ist zurück auf schweizerbauer.ch. Nach den Blogs aus Neuseeland, von der Alp Meienfall im Diemtigtal und der Alp Pfidertschegg im Eriz, wird Esther Schneiter in den kommenden Monaten wieder aus ihrem Leben als Lehrerin, Landwirtin und Lernende berichten. -> Mit Bildstrecke

Der Tagesplan stand am Samstag vor einer Woche. Wir wollten mit Freunden ins Wallis fahren und ihre Schwarznasen-Schafe abholen. Kurz vor Abfahrt bemerkten wir, dass die Wasserleitung von der Wasserversorgung kaputt war und neben dem Schopf das Wasser aus dem Boden stieg. Dank des zuverlässigen Gemeindeverantwortlichen konnten wir trotzdem auf unseren Ausflug starten. 

Vom Mähfieber gepackt


Auf dem Rückweg sahen wir, dass alle Bauern gemäht haben. Wir können es nicht leugnen: wir liessen uns vom Mäh-Fieber anstecken und schnitten am Sonntag rund 2,5 Hektar. Glücklicherweise kam der Lohnunternehmer bereits am Montagmittag die 25 Siloballen pressen, denn bereits am Nachmittag ergoss sich das erste Sommer-Gewitter. 

Am Dienstag waren meine Nerven weniger angespannt, umso mehr aber die der Kinder. Die Aufführung von unserem Bühnenprojekt stand auf dem Programm. Die 90 Schüler und Schülerinnen zeigten eine wunderbar amüsante und spannende Show. 

BEA-Besuch


An Auffahrt kam uns die Schlechtwetterperiode entgegen und wir genossen einen Ausflug an die BEA – unglaublich, die vielen Leute. Obwohl ich mehrere Jahre mitten in der Stadt Bern wohnte, kann ich mich nicht an solche Menschenansammlungen gewöhnen. 

Da genoss ich den Freitag auf der Alp Pfidertschegg mehr. Während der letztjährige Angestellte Urs und Töbu den Zaun auf der Fuchsegg erstellten, widmeten wir (Fabian, unser „Sadterbüebu“ und ich) und den Arbeiten im und um den Stall. 

1000 kleine Arbeiten im und um den Stall

So öffneten wir die zugeschraubten Tore beim Laufstall, entfernten das umwickelte Schutzplastik bei der Melkanlage und brachten die Plastikplanen als Seitenwände im neuen Tenn an. Auch schraubten wir die Kothölzer bei den angebundenen Kühen nieder, denn wir wollen eine Liegematratze mit Strohwürfel machen. 

Weiter streuten wir bei den Rindern eine Rundballe Stroh in die Liegeboxen. Dies wäre einfach, wenn nicht der alte Kramer, unser Traktor im Weg gestanden hätte. Der Traktor ist superpraktisch, die Bedienung aber nicht ganz einfach. Irgendwie konnte ich den Oldtimer aber doch noch starten und nach längerem Ausprobieren sogar wieder ausschalten. Da die beiden Männer noch immer nicht zurück waren, errichteten wir den Mittelzaun und waren pünktlich zum Mittagessen zurück. 

Samstag ist Putztag

Gleich nach dem Essen mussten wir wieder nach Fahrni, denn der restliche Heu im Heustock sollte noch rausgepresst werden. Die Kleinballen werden wir auf der Pfidertchegg den Kühen verfüttern. Den Abend verbrachte ich bei einem Klassenkameraden. Wir wollten bei ihm für die Hofprüfung lernen. Es stand Rindviehhaltung auf dem Programm. Nächsten Freitag werden wir bei uns die Mechanisierung vertiefen.

Am Samstag halfen meine Mutter, meine Grossmutter und das Grosi von Töbu beim Rauswaschen der Hütte. Das Wetter spielte mit und wir kamen rasch voran. So waren wir zeitig wieder auf dem Talbetrieb und die Stallarbeiten waren, wie meist, um 17.45 Uhr fertig. So besuchten wir unsere Rinder. Den fünf Rindern mit Feigen musste die zweite Spritze verabreicht werden. So trieben wir sie in einen kleinen Stall auf dem Pachtbetrieb, banden sie mit dem Halfter fest und verabreichten die Impfung.

Abfall verärgert

Beim Rückmarsch fand ich einige Pflanzen für mein Herbarium, welches ich bis Anfang Juni fertigstellen muss. Doch nicht nur eine grosse Artenvielfalt entdecke ich, nein auch ganz viel Abfall. Sich zu ärgern bringt nichts, wir können höchstens ab dem Niveau einiger Mitmenschen staunen.
So geht eine abwechslungsreiche und spannende Woche zu Ende. 

Auf unserer Liste mit den Dingen, die wir vor der Alpauffahrt erledigen sollten, können wir einiges abkreuzen. Das Zügeln in zwei bis drei Wochen sollte mindestens arbeitstechnisch möglich sein. Jetzt warten wir noch, bis das Gras gewachsen ist.

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