3.10.2019 07:34
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Deutschland
2 Hunde erschossen: Jäger gebüsst
Ein deutscher Jäger ist zu einer Geldstrafe von 4500 Euro verurteilt worden, weil er zwei Hunde getötet hatte. Die Mischlingshündinnen Leni und Maja hatten zuvor zwar einen Hasen gewildert, zum Zeitpunkt der tödlichen Schüsse waren sie aber nach Überzeugung des zuständigen Gerichts bereits auf dem Weg nach Hause.

Der Richter betonte bei seiner Urteilsverkündung am Mittwoch, dass Hunde nach dem Jagdrecht nur in dem Moment getötet werden dürften, wenn sie gerade dem Wild nachstellen.

Das Gericht sprach den 53-jährigen Mann wegen Sachbeschädigung, strafbarer Tiertötung und fahrlässiger Körperverletzung der Hundehalterin schuldig. Denn die Besitzerin der Tiere musste mit ansehen, wie der Jäger einer der Hündinnen, die nur angeschossen war und noch lebte, vor ihren Augen den Gnadenschuss in den Kopf gab.

Das Gesetz legt zwar inzwischen fest, dass Haustiere nicht mehr als Sachen anzusehen sind. Im strafrechtlichen Sinn gelten sie aber weiterhin als Sachen - daher ging es in dem Prozess um Sachbeschädigung.

Der Jäger hatte zunächst einen Strafbefehl über 55 Tagessätze zu 60 Euro erhalten. Hätte er diesen angenommen, hätte er seinen Jagdschein behalten können, denn dieser wird üblicherweise erst ab einer Strafe von 60 Tagessätzen aberkannt. Da der 53-Jährige aber Einspruch einlegte und es deswegen zum Prozess kam, fiel die Strafe mit 90 Tagessätzen zu 50 Euro höher aus. Der Verteidiger des Jägers liess zunächst offen, ob er Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen wird.

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