6.04.2018 13:00
Quelle: schweizerbauer.ch - Esther Schneiter
Blog
2000 Personen auf Hofbesuch
Esther Schneiter ist zurück auf schweizerbauer.ch. Nach den Blogs aus Neuseeland, von der Alp Meienfall im Diemtigtal und der Alp Pfidertschegg im Eriz, wird Esther Schneiter in den kommenden Monaten wieder aus ihrem Leben als Lehrerin, Landwirtin und Lernende berichten.

Wir haben zwei Tage offene Stalltüren hinter uns: Die Bilanz fällt sehr positiv aus, auch wenn es beim Essen lange Wartezeiten gab und erstaunliche Informationen rumerzählt wurden

Miro, der Liebling

Klar haben wir im Vorfeld diskutiert, dass es schön wäre. Und klar haben wir es insgeheim gewünscht. Aber dass es wirklich so aufging, hätten wir nie gedacht. Das Rind Montana kalbte am Freitagmorgen zum ersten Mal ab. 

Ein karamellfarbener Limousin-Stier wurde geboren. Klar war der kleine Miro, er wurde von einem Mädchen getauft, von der ersten Minute an der Liebling aller. Am Samstag liessen wir den Mannsschlupf offen und die Kinder durften ihn streicheln. Er zeigte sich von seiner besten Seite.

Das Wetter spielte mit – wenigstens am Freitag

Auch das Wetter spielte mit wie erhofft, wenigstens am Freitag. Die Tische füllten sich gegen Mittag mehr und mehr. Zusätzliche Tische wurden aufgestellt, als das Tenn voll war, auch draussen. Alle Plätze waren gefüllt, die Kapazität der Küche stiess langsam an die Grenzen, die Wartezeiten betrugen aber maximal zehn Minuten. 

Dann plötzlich die Meldung vom Buffet; die Kaffeemaschine hätte keinen Strom mehr. Die Rahmmaschine, der Topf mit dem heissen Wasser auch nicht und, zu allem Übel, auch die Fritteuse nicht. Zum Glück war einer der Helfer Elektriker. Das Problem wurde schnell erkannt: die 35 Ampere-Kabelrolle war überlastet. Doch wo findet man ein solches Ersatzkabel an einem Karfreitag? Endlich war ein Kabel auf dem Platz, doch diese hatte den falschen Stecker. Einige Besucher haben sicher fast eine Stunde auf das Essen gewartet. Beim nächsten Grossanlass wird uns dies nicht mehr passieren. 

Schnee Ende März

Als wir den Event planten, wählten wir dieses Datum, weil wir glaubten, dass da die Kühe auf der Weide sein würden, der Löwenzahn blühen würde und der Frühling sich von seiner besten Seite zeige. Doch dem war nicht so, am Samstagmorgen schneite es. Die Tageshöchsttemperaturen stiegen kaum über fünf Grad. Doch zu unserer Freude fanden auch an diesem Tag viele Besucher den Weg zu uns. 

Viel bekannte und unbekannte Gesichter – viel gelacht

Knapp 100 Kilogramm Pommes haben unsere Helfer fritiert, über 500 Kaffee-Schnaps ausgeschenkt und trotz des Wetters fast 150 Portionen Glace verkauft. Laut Schätzungen waren um 2000 Personen zu Besuch. Gesichter, die wir nie erwartet hätten, kamen vorbei. Viele haben wir leider nicht gesehen oder persönlich begrüssen können. Wir haben viel gelacht und uns teilweise köstlich amüsiert.

Ein älterer Herr erzählte beispielsweise mit grosser Überzeugung, dass wir seit dem 1. Januar keinen Halmen Heu mehr auf der Bühne hätten und alles kaufen müssten. Dies war uns bisher nicht bekannt. Zudem waren die Quaderballen an der Fressachse Heu, welches wir letzten Frühling rausgepresst haben. Ein anderer empörte sich, weil wir den Kühen Maiswürfel in den Liegeboxen streuen würden. Ganz ehrlich: Wenn unsere Kühe ihren Hintern auf Mais ausruhen könnten, hätten sie wohl etwas mehr Hüftgold. Es sind Strohwürfel. :-)

Ein Wochenende voller Freude geht zu Ende

Am Ostersonntag stand Aufräumen auf dem Programm. Klar waren wir müde, und wir hatten immer noch einen brummenden Kopf von den vielen Fragen. Wir sind aber sehr glücklich und zufrieden mit den beiden Tagen. Uns ist bewusst, dass wir unseren Stall nie so hätten präsentieren können, wenn wir nicht ein so gutes und hilfsbereites Umfeld hätten. Der Einsatz der Helfer und Helferinnen ist unbezahlbar und wird schätzen dies sehr. 

Am Ostermontag packten uns die Frühlingsgefühle endgültig und wir erstellten die Zäune für den ersten Weidegang. Doch wie jedes Jahr sind Tobias und ich wieder nicht einig, wann die Tiere zum ersten Mal auf die Weide dürfen. Wenn es nach mir ginge, wären sie schon lange draussen. Tobias will bis nach den gemeldeten Schauern warten, um Trittschäden zu vermeiden. So werden wir wohl erst am Wochenende mit dem Weiden beginnen. 

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