16.03.2016 11:53
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Österreich
22 verwahrloste Kühe und Kälber entdeckt
Ein schreckliches Bild bot sich am vergangenen Samstag der Polizei. Auf einem Bauernhof im Tiroler Bezirk Ausserfern entdeckten die Beamten 22 unterernährte und verwahrloste Tiere. Gegen den Landwirt wurde Anzeige werden Verdachts auf Tierquälerei erstattet.

Die Bilder dürften die Beamten nicht mehr so schnell vergessen. Hätten die Kühe nicht gebrüllt und somit Nachbarn auf den Plan gebracht, so wäre der Anblick womöglich noch unerträglicher ausgefallen.

Zwei Kühe konnten nicht aufstehen

Als die Polizei auf dem Bauernhof in Stockach eintraf, fand sie dort 22 akut unterernährte Tiere auf. Die Tiere dürfen gemäss ersten Ermittlungen während längerer Zeit nicht mehr gefüttert worden sein. Für drei Kälber kam jede Hilfe zu spät. Sie waren bereits verendet. Zwei Kühe waren so geschwächt, dass sie sich nicht aufstehen konnten.

Der herbeigerufene Tierarzt ordnete die Nottötung dieser beiden Tiere an. Die übrigen Rinder wurden auf andere Höfe umverteilt. Weshalb der Landwirt sich nicht mehr um seine Tiere gekümmert hat, ist noch unklar. Im Stall wurde auch seit Längerem nicht mehr ausgemistet, berichtet orf.at

Ermittlungen wurden aufgenommen. Der betroffene Landwirt will sich zum Fall nicht äussern und verweigert derzeit laut Polizei jede Aussage. Er wird sich wohl aber vor Gericht verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat wegen Verdachts auf Tierquälerei Anzeige erstattt.

Nachbar machte seit vergangenen Herbst auf die Missstände aufmerksam

Ein direkter Nachbar erklärte gegenüber der Tiroler Tageszeitung, dass von einem Wegschauen der Nachbarschaft keine Rede gewesen sein könne. „Bereits im August 2015 ist mir aufgefallen, dass immer wieder Kälber geschrien haben. Ich habe den Amtstierarzt verständigt und ihm gesagt, dass dort etwas nicht stimmen kann. Seit damals habe ich das Problem achtmal bei verschiedenen Stellen gemeldet. Auch Tiroler Tiergesundheitsdienst etwa. Nichts hat geholfen.“

Der Mann gab weiter bekannt, dass seine Bemühungen in einem Teil des Dorfes nicht so gut angekommen seien. Nicht wenige hätten gemeint, dass er über das Ziel hinausschiesse und einen unbescholtenen Jungbauern schlechtmache.

Der Amtstierarzt bestätigt, seit August in den Fall eingebunden zu sein. Er war im Herbst dreimal am Hof, sowie im Januar und das letzte Mal Anfang Februar. Damals wurde er vom Landwirt nicht mehr hineingelassen. Ihm seien aber die Hände gebunden gewesen. "Mehr als die Umstände immer wieder aufzeigen konnte ich nicht", so der Tierarzt. Entscheiden würden die Juristen.

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