12.11.2014 10:00
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Luzern
3500 verfolgen Gansabhauet
In Sursee ist am Dienstag am traditionellen Gansabhauet zwei toten Gänsen der Kopf vom Rumpf geschlagen worden. 3500 Personen verfolgten in der Altstadt das Spektakel, für das sich 69 Männer und sechs Frauen angemeldet hatten.

Bei der ersten Gans gelang dem dritten Schläger, Daniel Sieger aus Schenkon LU, der entscheidende Hieb. Etwas länger dauerte es in der zweiten Runde: Der erfolgreiche Christian Fries aus Sursee war der Zehnte, der sich an der aufgehängten Gans versuchte. Für ihn war es in seiner vierten Teilnahme an einem Gansabhauet bereits der dritte erfolgreiche Hieb, wie Stadtarchivar Michael Blatter erklärte.

Losglück

Beim Gansabhauet geht es darum, mit einem Säbelhieb den Hals einer leblosen, am Hinterkopf aufgehängten Gans mit einem einzigen Hieb zu durchtrennen. Dies ist schwieriger, als es auf den ersten Blick erscheint. Die Wettstreiter in ihren roten Umhängen sehen hinter ihrer Sonnenmaske nichts. Zudem ist ihr Dragonersäbel stumpf. Vor dem Schlag trinken sie ein Glas Wein und drehen sich um die eigene Achse.

Die Reihenfolge der Schläger für die zwei Gänse wird durch das Los bestimmt. Dem Erfolgreichen - der entscheidende Schlag ist bislang noch nie einer Frau geglückt - winkt neben Ruhm und Ehre auch ein Festmahl. Natürlich darf er auch die Gans mit nach Hause nehmen.

Ursprünge unbekannt

Die Ursprünge des Gansabhauet liegen im Dunkeln. Sicher ist einzig, dass Bräuche um das wertvolle Federvieh früher in ganz Europa verbreitet waren. 1820 verschwand der Brauch aus Sursee, vier Jahrzehnte später wurde er wieder zu neuem Leben erweckt.

Das Martinifest beschränkt sich in Sursee nicht auf den Gansabhauet. In den Pausen zwischen den Schlägen können Kinder beim «Stangechlädere» Geschenke ergattern oder beim «Chäszänne» mit einer verrückten Grimasse ein Stück Käse verdienen. Auch ein «Räbeliechtli»-Umzug fehlt nicht.

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