11.09.2013 09:27
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/dpa
Arktis
Abfackeln von Gas beschleunigt Eisschmelze in der Arktis
Das Abfackeln von Gas durch die Ölindustrie und Hauskamine in der Arktis produzieren mehr Russ als bisher angenommen. Sie beschleunigen damit die Eisschmelze in der Region, heisst es in einer in der Fachzeitschrift «Atmospheric Chemistry and Physics» veröffentlichten Studie.

Allein das Abfackeln von Gas bei der Ölförderung in der arktischen Region sei für 42 Prozent der Russkonzentration in der Arktis verantwortlich, berichten die Forscher des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien. 

In manchen Monaten sei dieser Anteil noch höher: Im März etwa zeichnen die Gasfackeln von Ölförderungsanlagen für mehr als die Hälfte der Russkonzentration in der Arktis verantwortlich, teilte das IIASA am Dienstag mit. Global gesehen sei dagegen das Verbrennen von überschüssigem Gas nur für drei Prozent der Russemissionen verantwortlich. 

«Die Öl-Förderung rückt immer weiter nach Norden - doch die Nähe der Russemissionen durch Abfackeln spielt eine wichtige Rolle», erklärte IIASA-Forscher Zbigniew Klimont. Denn der Russ lagert sich auf Eis und Schnee ab, die dunklere Oberfläche erwärmt sich schneller, wodurch die Schmelze beschleunigt wird. Aus diesem Grund spielt auch der Russ aus den Hauskaminen der lokalen Bevölkerung eine grosse Rolle, wie die Studie gezeigt hat. 

Die Wissenschaftler nutzten für die Studie Ausbreitungsmodelle kombiniert mit Messdaten aus dem Nördlichen Eismeer sowie von Forschungsstationen in Alaska, Kanada, Finnland, Norwegen und Grönland.

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