9.08.2016 06:08
Quelle: schweizerbauer.ch - Esther Schneiter
Blog
Abfall im Etzheu und Perlen im Alltag
Esther Schneiter bloggt wieder. Im Winter 2014-2015 bloggte sie - noch unter ihrem ledigen Namen Siegenthaler - von Neuseeland aus. Letzten Sommer bloggte sie über den Alpsommer in Meienfall im Diemtigtal BE. Nach ihrer Heirat ist sie diesen Sommer mit ihrem Mann auf der Alp Fiedersegg in Horrenbach BE.

Wir haben eine vielseitige, ruhige Woche hinter uns. Am Dienstag war ich im Schulhaus mit Kopieren und Fertigstellen der Vorbereitungen beschäftigt.

Letztes „Etzheu“

Die sechs Wochen Sommerferien verstrichen doch schneller als erwartet. Nun bin ich gewappnet für das neue Schuljahr, welches am kommenden Montag startet.

Am Donnerstag haben wir das letzte Etzheu auf der Bühne der Rinder stationiert. Im Frühjahr wurde der Steilhang von den Rindern abgeweidet, so ist es der erste Schnitt und wird eben „Etzheu“ genannt. Im September werden die Kühe dies wieder weiden.

Viel Abfall im Futter

Das Etzheu liegt direkt unter der Hauptstrasse. Auch dieses Jahr mussten wir wieder viel Abfall zusammensammeln. Für mich ist dies eine sehr frustrierende Arbeit. Kaputte Bierflaschen mit scharfen Scherben, leere McDonald’s-Packungen, Zigarettenpackungen etc. All dies ist eine unnötige Riesensauerei.

Aludosen sind aber das Schlimmste. Im ersten Jahr, wo Tobias den Betrieb leitete, musste er eine Kuh wegen einem verschluckten Aluteil abtun. Die Kuh wurde sehr krank, doch eine Heilung ist nicht möglich, da Alu nicht magnetisch ist.

Flexible Arbeitszeiten

Da wir am Freitagabend ausgingen, schliefen wir in Fahrni. Am Samstagmorgen waren wir erst um etwa 6.45 Uhr auf der Fiedersegg. Alle Kühe waren noch weit oben am Stauffen am fressen. Unser Tagesprogramm bestand lediglich aus Tiere versorgen, Haushalt auf Vordermann bringen und Emd mähen.

So genossen wir die Vorteile der Selbständigkeit und legten uns eine weitere halbe Stunde hin. Wenn ich gewusst hätte, wie kalt das Bett ist, hätte ich diesen Vorschlag bestimmt nicht gemacht.

Perlen im Alltag

Während meiner Ausbildung zur Primarlehrerin haben wir gelernt, dass wir in unserem Alltag immer „Perlen“, also schöne, eindrückliche, erfolgreiche Momente, sammeln sollen. So habe ich an diesem Tag bereits am Morgen eine grosse Perle „eingesteckt“.

Zwar können wir nicht immer nach acht Stunden Feierabend machen, arbeiten oft mehr als 42 Stunden pro Woche und haben nicht fünf Wochen Ferien. Dafür können wir, wenn es die Situation erlaubt, eben auch mal Pause machen, wenn andere arbeiten.

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