11.08.2015 07:33
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Bern
Acht Tiere von Blitz erschlagen
André Furrer aus Bleiken bei Oberdiessbach BE erlebte am Samstag einen schwarzen Tag. Ein Blitz mitten aus einem Gewitter erschlug sieben Kühe und ein Rind.

«Wir standen am Samstagabend gegen 21 Uhr unter dem Vordach und schauten dem Gewitter zu», berichtet André Furrer. Auf einmal sei ein starker Blitz in einem Baum eingeschlagen. Und zwar genau dort, wo seine Jersey-Kühe sowie ein paar Braunviehtiere auf der Weide waren. «Die steile Weide ist für die leichten Jersey-Kühe besser geeignet als für meine Braunvieh-Kühe», ergänzt er.

Ein paar Atemzüge

Furrer schaute sofort nach. «Wir sahen als erstes ein abgekalbtes Blooming-Rind, mit dem wir an die Regionalschau Langnau wollten. Es machte noch drei, vier Atemzüge. Dann war fertig.» Eine andere Kuh, welche den Blitz überlebt habe, sei ihm entgegen gekommen. Ein weiteres Tier sei den Hang hinuntergesrützt und beim Tränkefass gelegen. Der Rest der Tiere sei unter dem Baum gelegen, in den es eingeschlagen hatte: «Dem tragenden Rind, das in 10 Tagen abkalben sollte, schnitten wir den Bauch auf, um das Kalb heraus zu nehmen. Doch das Kuhkalb war schon tot.»

Dieses Braunvieh-Rind sei für die Auktion am Zuger Stierenmarkt angemeldet gewesen Diesen Mittwoch hätte die Vorschau stattgefunden. Zwei der Jersey Kühe seien an der BEA 2013 und 2015 ausgestellt gewesen. Die Bilanz: 5 Jersey-Kühe, 1 tragendes Jersey-Rind, ein abgekalbtes Braunvieh-Rind und ein Braunvieh-Rind vor dem Abkalben waren tot. Eine Braunvieh- und eine Jersey-Kuh haben überlebt: «Die Jersey-Kuh ist den Hang hinuntergestürzt und hat einige Schrammen.»

Gute Zuchttiere

Bei einem Viehbestand von 24 Kühen sind damit also ein knappes Drittel tot. Furrer weiss noch nicht, wie er die toten Tiere ersetzt. Ein Teil werde sicher durch Jungvieh, das bald abkalbt, ersetzt werden können. Die Viehversicherung übernehme 70 Prozent des Schlachtviehpreises. «Aber es waren halt schon gute Zuchttiere», fügt er an. Zudem seien die meisten der toten Tier trächtig gewesen.

Andreas Stucki von Furrers Versicherung, der Emmental, kann zwar zum Fall noch nicht Stellung nehmen, weil er erst gemeldet wurde. Generell lasse sich aber sagen, dass Schäden infolge Blitzschlag über die landwirtschaftliche Feuerinventarversicherung abgewickelt würden: «Denn auch Tiere gehören zum Inventar.» Hier sei der  Neuwert versichert. 

Emotionaler Schaden

Der Wert von Tieren werde von einem Experten eingeschätzt: «Dieser Tierexperte schaut die Herdebuchpapiere an und macht eine Markteinschätzung. Diese Einschätzung wird mit dem Kunden besprochen.» Beim Feuerschadenfall habe zudem die Emmental im Standardpaket keinen Selbstbehalt. «Wirtschaftlich sollte Furrer also keinen Verlust erleiden. Den emotionalen Schaden können aber auch wir nicht gut machen», betont Stucki.

Furrer nimmt dies zur Kenntnis wartet aber noch ab, ob etwa der Ausfall an Milch oder die Tatsache, dass die Tiere mit gesextem Sperma trächtig waren, berücksichtigt werde.

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