7.08.2015 07:35
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Alkohol
Alkohol: Bevölkerung unterschätzt Risiken
Die Schweizer Bevölkerung weiss zwar mehr über die Gefahren des Alkoholkonsums als noch vor einigen Jahren. Aber vor allem das Krebsrisiko und die Schwelle zum Risikokonsum werden oft unterschätzt.

So habe nur rund die Hälfte der Befragten einen Zusammenhang hergestellt zwischen Alkoholkonsum und Darm-, respektive Mund- und Rachenkrebs, schreibt Sucht Schweiz in einer Mitteilung vom Donnerstag. Sie bezieht sich dabei auf die wissenschaftliche Studie von Suchtmonitoring Schweiz für das Jahr 2014. Dazu waren 2863 Schweizerinnen und Schweizer befragt worden.

Krebsrisiko unterschätzt

Nur gerade 20 Prozent der Befragten wusste, dass Alkoholkonsum auch das Risiko für Brustkrebs erhöhe, heisst es weiter. Der Kenntnisstand habe sich seit 2012 nicht verbessert. Gemäss Sucht Schweiz sterben jedoch pro Jahr fast 500 Personen an alkoholbedingtem Krebs; Das entspricht rund einem Drittel aller Alkoholtoten in der Schweiz.

Während das Krebsrisiko bereits ab dem ersten Glas Alkohol steigt, müssen Männer beim regelmässigen Konsum von drei Gläsern pro Tag und Frauen bei zwei Gläsern mit einem erhöhten gesundheitlichen Risiko rechnen. Bei den Männern glaubt jeder Vierte, dass diese Menge noch risikolos konsumiert werden könne, bei den Frauen jede Dritte. Ein Glas entspricht einem 1 dl Wein, 3dl Bier oder 0,2 dl Schnaps

Nicht richtig eingeschätzt

Obwohl 95 Prozent der Befragten meint, genügend über die negativen Auswirkungen von Alkohol informiert zu ein, schätzen viele Befragte auch die Grenze für «chronisch risikoreichen Alkoholkonsum» falsch ein. So glauben 45 Prozent der Befragten, dass Männer innerhalb von sechs Stunden ohne Gesundheitsrisiko fünf Gläser oder mehr trinken könnten.

Bei dieser Menge gehe man international aber von einer akuten Gefährdung für die Gesundheit aus, schreibt Sucht Schweiz. Bei den Frauen liegt die Grenze für eine akute Gefährdung bei vier Gläsern in sechs Stunden. Hier glauben über 50 Prozent, dass Frauen diese Mengen risikolos konsumieren können. Rauschtrinkende und jüngere Altersgruppen können die Risiken noch schlechter einschätzen.

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