23.08.2016 12:42
Quelle: schweizerbauer.ch - Esther Schneiter
Blog
Alpblog: Unwetter und Umbau
Esther Schneiter bloggt wieder. Im Winter 2014-2015 bloggte sie - noch unter ihrem ledigen Namen Siegenthaler - von Neuseeland aus. Letzten Sommer bloggte sie über den Alpsommer in Meienfall im Diemtigtal BE. Nach ihrer Heirat ist sie diesen Sommer mit ihrem Mann auf der Alp Fiedersegg in Horrenbach BE.

Am Dienstagmorgen beginnt auch für mich das neue Schuljahr. Ich erlebe einen spannenden und erfreulichen Tag. Auch aus der Lehrerkonferenz kann ich wichtiges mitnehmen. Kaum zu Hause angekommen, packe ich das Nachtessen ein und fahre mit Jeep und Milchtank in Richtung Eriz.

Die Wolken sind schwarz und ziehen schnell weiter, erste Blitze sind zu erkennen. Schon nach wenigen Kilometern beginnt es zu regnen, und als ich im Eriz die Zulg überquere, kann ich kaum mehr als 20 Kilometer pro Stunde fahren. Es regnet in Strömen, die Sicht ist sehr schlecht.

Gefährliche Bachüberquerung

Beim Hinteren Zugschwand fliesst normalerweise ein kleines Bächlein direkt über die Strasse. Der Weg unterhalb wird zum Fluss, grosse Mengen Wasser fliessen in den Fahrspuren. Zwar sehe ich, dass das kleine Bächlein zu einem tosenden Bach wurde, doch die Erklärung, dass auch viel Wasser über die Strasse wegfliesst, scheint mir plausibel und ich fahre in die grosse Wassermenge rein.

Plötzlich wird der Jeep seitwärts getrieben. Glücklicherweise kommt er wieder zu stehen und ich kann mit runtergedrücktem Gaspedal aus dem Bach rausfahren.

Knieschlottern, doch zurück kann ich nicht

Das meine Knie zu schlottern beginnen, ist wohl verständlich. Das steilste Stück steht noch vor mir und ich weiss, wie es ist, wenn der Weg nicht mehr passierbar ist. Doch umkehren ist auch nicht empfehlenswert. Das Whatsapp-Bild von Töbu, welches einen mit Hagelkörnern übersäten Vorplatz zeigt, lässt die Zuversicht auch nicht gerade steigern.

Meine Angst versuche ich zu verdrängen. Ich fahre hoch. Wir hatten Glück im Unglück. Zwar wurde der Weg in Mitleidenschaft gezogen, doch er kann noch befahren werden. Ich bin froh, oben heil angekommen zu sein und zu sehen, dass auch bei der Hütte keine grösseren Schäden zu verzeichnen sind. Und zum Glück geht es allen gut.

Hagel bleibt mehrere Stunden liegen

Auch nach dem Nachtessen bleiben die Hagelkörner im Gras liegen. Sicherlich ist ein solches Unwetter für das Gras und das Wachstum sehr wenig förderlich. Doch wenn schon ein solches Unwetter vorüberzieht, dann lieber jetzt als Anfang Juni.

Umbau in der Hütte

Der Bergversetzer Toni hat im Juni und Juli vor der Hütte und beim Plumpsklo Gartenplatten verlegt, so dass wir nicht bis vor die Haustüre Matsch haben. Nun ist Bergversetzer Hans zu uns gekommen und startet mit dem Umbau in der Hütte, so dass ein Badezimmer gebaut werden kann. Geplant ist eine Dusche mit Gas-Durchlauferhitzer.

Aus der „kleinen Sache“, wonach es zu Beginn ausgesehen hat, wir nun eine richtige Baustelle. Die Treppe muss versetzt werden, ebenso ein Balken und die Eingangstüre. Der Boden, er ist ein einem eher schlechten als rechten Zustand, wird auch gleich rausgespitzt und verbessert.

Nicht verzagen, Familienangehörige fragen

Mit dem Zügeln der Milchkühe, dem Emden und dem Silieren, der Schule, unserem bevorstehenden Fest und vielem anderem, ist das Programm für die kommende Woche bereits gedrängt. Nun noch den ganzen Boden alleine rausspitzen, wäre wohl zu viel.

So fragen wir die Mutter von Töbu und ihren Mann. Sie leisten am Samstagabend ganze Arbeit und kommen schnell voran. Immer wieder erleben wir in diesem Sommer Arbeitsspitzen, welche wir alleine kaum bewältigen können. Wir sind froh, dass wir auf so viele fleissige Helferinnen und Helfer aus unserem Umfeld zählen können.

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