4.12.2018 11:30
Quelle: schweizerbauer.ch - mgt
Bern
Alpines Museum gerettet
Das Schweizer Parlament hat am Dienstag einen Antrag auf Erhöhung des Bundesbeitrags für das Alpine Museum der Schweiz von 250‘000 CHF auf 780‘000 CHF pro Jahr gutgeheissen. Damit ist der Weiterbetrieb der Institution ab 2019 gesichert, verbunden mit einer Ausweitung des Tätigkeitsbereichs als Netzwerk.

Das Alpine Museum der Schweiz (alps) geriet im Sommer 2017 in die Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass der Bundesbeitrag des Hauses um 75% gekürzt wird (250‘000 CHF statt 1’020’000 CHF pro Jahr). Grund dafür war eine Neuausrichtung der Förderpolitik des Bundes. In Gesprächen mit dem Bundesamt für Kultur (BAK) konnte im Sommer 2018 eine Lösung erzielt werden: Das Alpine Museum soll künftig nicht mehr in der Kategorie «Museen» unterstützt werden, sondern in der Kategorie «Netzwerke».

Netzwerke sind im Förderverständnis des Bundes Kompetenzzentren, die einen Beitrag zur Bewahrung und Erschliessung des kulturellen Erbes leisten und die über ein themenspezifisches Knowhow verfügen, das sie Dritten über Beratungen und Projekte in der ganzen Schweiz zur Verfügung stellen. Ein entsprechendes Gesuch des alps wurde im Herbst 2018 vom BAK gutgeheissen.

Ausdruck des Wandels

Dieser Kategorienwechsel bereitete den Boden für die nun erfolgte Budgeterhöhung durch das Parlament. Der Kategorienwechsel ist Ausdruck des Wandels, den das Haus seit der Neukonzeption im Jahr 2012 vollzieht: Weg von einem statischen Museum, hin zu einer dynamischen Themenplattform, die ihre Projekte in Kooperationen erarbeitet und ihr Vermittlungsknowhow an Dritte weitergibt. Durch die Budgeterhöhung ist das alps nun entsprechend alimentiert, diese Strategie fortzuführen und weiterzuentwickeln.

Herausforderung Museum und Netzwerk

Der Museumsbetrieb in Bern mit seinen Ausstellungen und Veranstaltungen bleibe mit der Weiterentwicklung zum Netzwerk bestehen, heisst es in einer Medienmitteilung. Allerdings wird sich der Kostendruck auf den Museumsteil ab 2019 erhöhen, da die Bundesgelder neu zweckgebunden für Netzwerkaktivitäten reserviert sind. Bereits heute ist der Museumsbetrieb, insbesondere der Unterhalt von Liegenschaft, betrieblicher Infrastruktur und Sammlung, unterfinanziert. Mittelfristig wird das Museum zur Deckung seines Betriebsaufwands zusätzliche Mittel finden müssen.

Rettungsaktion als Chance

Die breite Solidarität mit dem Alpinen Museum der Schweiz in den letzten Monaten wird die Weiterentwicklung des Hauses beeinflussen. Politiker aller Couleur, zahlreiche Organisationen und rund 16‘000 Privatpersonen haben sich für den Erhalt des alps stark gemacht. Diese breite Abstützung und sichtbar gewordene Vernetzung soll für künftige Projekte verstärkt genutzt werden.

Sponates Fest: Die Bevölkerung ist eingeladen, am Dienstag (4. Dezember 2018) ab 18 Uhr im Alpinen Museum der Schweiz (Helvetiaplatz 4, 3005 Bern) mit dem ganzen Team auf die Rettung anzustossen. Für Speis und Trank ist gesorgt.

 

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