6.12.2017 08:36
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Alzheimer: Neuer Ansatz
Gegen die Alzheimer-Krankheit gibt es bisher kein Heilmittel. Wissenschaftler der ETH Lausanne haben nun aber einen neuen, viel versprechenden Ansatz gefunden, wie der langsam fortschreitende Gedächtnisverlust gestoppt werden könnte.

Die Alzheimer-Krankheit ist die schwerste Form von Demenz und auf der ganzen Welt verbreitet. Sie zeichnet sich durch einen langsam fortschreitenden Untergang von Nervenzellen und Nervenzellkontakten aus.

Im Gehirn von Alzheimer-Kranken finden sich typische Eiweissablagerungen, sogenannte Amyloid-Plaques. Zum Krankheitsbild gehören Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, Sprachstörungen, Störungen des Denk- und Urteilsvermögens sowie Veränderungen der Persönlichkeit. Bisher gibt es kein Heilmittel gegen die Krankheit.

Eine Stoffwechselkrankheit

Betroffen sind meist ältere Menschen; nur in seltenen Fällen sind die Betroffenen jünger als 60 Jahre. Die meisten Behandlungen konzentrieren sich auf den Abbau der Eiweissablagerungen, bisher aber ergebnislos. Aus diesem Grund haben Wissenschaftler begonnen, alternative Behandlungsstrategien zu suchen - eine davon betrachtet Alzheimer als eine Form einer Stoffwechselkrankheit.

Ein Wissenschaftsteam um Johan Auwerx an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) legte das Augenmerk anders als bisherige Wissenschaftler auf das Mitochondrium. Dabei handelt es sich um ein Zellorgan, das von einer Doppelmembran umschlossen ist und eine eigene Erbsubstanz enthält. Das Mitochondrium ist eine Art Kraftwerk, durch welches Zellen regeneriert werden. Damit ist dieses Organ auch zentral für den Stoffwechsel.

Doppelte Abwehrstrategie

Bei Versuchen mit Würmern und Mäusen haben die Wissenschaftler festgestellt, dass eine Steigerung der Mitochondrien spezifische Stress-Proteine abwehren kann und zugleich die Bildung von Eiweissablagerungen reduzieren hilft. Ausserdem wurde eine bemerkenswerte Normalisierung der kognitiven Funktionen bei den Mäusen beobachtet.

Die Resultate sind laut Auwerx äusserst ermutigend und haben grösste Bedeutung für weitere klinische Studien: «Alzheimer durch Mitochondrien anzupacken, könnte den Unterschied ausmachen.» Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift «Nature» publiziert.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE