Dienstag, 15. Juni 2021
09.06.2021 19:25
Weltall

Am Donnerstag knabbert der Mond die Sonne an

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Von: sda

Wer am Donnerstag um die Mittagszeit zur Sonne blickt, dem präsentiert sich ein Naturschauspiel: Der Mond schiebt sich teilweise vor die Sonne. Das Wetter scheint vielerorts mitzuspielen.

Bei der partiellen Sonnenfinsternis am 10. Juni wird der Neumond zur Mittagszeit einen winzigen Bruchteil der Sonnenscheibe anknabbern – überall in der Schweiz ähnlich unspektakulär, wie Markus Griesser, Leiter der Sternwarte Eschenberg in Winterthur, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA meinte.

Wetter dürfte mitspielen

Deutlich spektakulärer sieht es in Russland, Kanada und Grönland aus: Dort kann man innerhalb eines 500 bis 700 Kilometer breiten Streifens von Nordost-Kanada, über das Polarmeer nördlich von Grönland und bis nach Nordost-Sibirien eine ringförmige Sonnenfinsternis beobachten.

Schweizer Astronomie-Begeisterte dürften sich dennoch freuen, denn das Wetter scheint vielerorts mitzuspielen. Um die Mittagszeit ist es recht sonnig, nur in den Alpen sowie dem Jura entlang könnten Quellwolken den Blick zur Sonne trüben, wie MeteoNews am Mittwoch mitteilte.

Sonnenfinsternis von West nach Ost

Bei der ringförmigen Sonnenfinsternis wirft der Mond einen Kernschatten und lässt nur noch einen leuchtenden Sonnenring frei. Er verdeckt die Sonne allerdings nicht vollständig wie bei einer totalen Sonnenfinsternis, weil er derzeit von der Erde sehr weit entfernt ist und damit zu klein erscheint.

Auf die Schweiz und 59 andere Länder fällt der Halbschatten des Mondes. Je nördlicher man sich in Europa aufhält, desto mehr versteckt sich die Sonne hinter dem Mond. In Chiasso im südlichen Tessin ereignet sich mit knapp über vier Prozent die geringste Bedeckung, die grösste Abdeckung kann man im Pruntruter-Zipfel im Kanton Jura mit 7,8 Prozent beobachten, wie die Schweizerische Astronomische Gesellschaft in ihrem Magazin Orion schreibt.

Die partielle Sonnenfinsternis beginnt von West nach Ost hierzulande zwischen 11:24 Uhr und 11:37 Uhr. Das Finsternismaximum tritt in Genf um 12:13 Uhr ein, in Bern um 12:17 Uhr, in Zürich um 12:20 Uhr und in Davos um 12:22 Uhr. Nach 13 Uhr ist der Spuk wieder vorbei.

Totale Sonnenfinsternis in sechzig Jahren

Letztmals verfinsterte sich die Sonne über Mitteleuropa am 20. März 2015 partiell, damals zu über 70 Prozent, wodurch es merklich dunkler und kühler wurde.

Die nächste eindrucksvolle Finsternis wird in der Schweiz am Abend des 12. August 2026 sichtbar sein. Kurz vor Sonnenuntergang werden über neunzig Prozent der Sonne durch den Mond abgedeckt, sodass nur noch eine schmale Sichel übrig bleibt.

Bei klarem Wetter ergebe dies dann einen wirklich spektakulären Anblick, versicherte Griesser. Über Island, Spanien und den Balearen wird sich sogar eine totale Sonnenfinsternis ereignen. Darauf muss man sich in der Schweiz noch gedulden: Am 3. September 2081 kann man das äusserst seltene Himmelsschauspiel hierzulande erleben.

Ohne entsprechende Schutzbrille sollten Schaulustige während der astronomischen Besonderheiten nie in die Sonne spähen, normale Sonnenbrillen reichen nicht aus. Auch ein Teleskop darf niemals ohne spezielle Filter auf die Sonne gerichtet werden.

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