25.09.2015 16:04
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
USA
Amis essen äusserst unregelmässig
Zumindest in den USA essen die meisten Menschen heute völlig unregelmässig und über einen Zeitraum von mehr als 15 Stunden hinweg. Das zeigt eine Studie, für die Forscher erstmals die exakten Ernährungsdaten Freiwilliger sammelten.

Beschränkten einige übergewichtige Teilnehmer jedoch - ohne Auflagen bei der Kalorienmenge - ihre Essenszeit auf höchstens elf Stunden, nahmen sie ab, schreiben Wissenschaftler des renommierten Salk Instituts für Biologische Studien in La Jolla (Kalifornien) im Fachblatt «Cell Metabolism». Für die Studie baten die Ernährungsforscher mehr als 150 Freiwillige, ihr Essen über drei Wochen hinweg zu fotografieren. Zugleich sammelten sie mittels einer App die zeitlich und örtlich exakten Ernährungsdaten der Teilnehmer ein.

Essen am Klavier

Durch die Foto-App hingegen gaben die Teilnehmer ihr tatsächliches Essverhalten weiter. Demnach futterte mehr als die Hälfte der gesunden Erwachsenen sehr unregelmässig und praktisch über die gesamte Wachphase hinweg. Nur ein Viertel der Kalorienmenge nahmen die Teilnehmer bis zum Mittag zu sich, dafür mehr als ein Drittel nach 18 Uhr.

Für zusätzliches Durcheinander sorgte die Verschiebung zwischen Werktagen und Wochenende. Auch seien Mahlzeiten am Klavier, im Bett, auf der Fernseh-Couch oder beim Tanken eingenommen worden. Einblicke gab es auch in US-amerikanische Ernährungsvorlieben: morgens gerne Milchkaffee und Joghurt, tagsüber Tee, Sandwichs und Burger, abends dann Alkohol, Gemüse und Eiscreme. Schokolade und jede Art Süsskram wurden bereits am Vormittag ab 10 Uhr dokumentiert.

App als Hilfe

Acht übergewichtigen Teilnehmern machten die Forscher dann das Angebot, mit Hilfe der App ihre Essenszeiten über 16 Wochen hinweg auf zehn bis elf Stunden zu beschränken - ohne irgendwelche Auflagen bei Kalorienmenge zu machen. Wöchentlich bekamen die Teilnehmer rückwirkend ihr Ernährungsprofil zugeschickt.

Das Ergebnis: Nach 16 Wochen hatten sie im Schnitt 3,5 Prozent ihres Gewichts verloren, und gaben auch an, besser zu schlafen. «Trotzdem sollte man nun nicht den Schluss ziehen, dass eine Änderung der Esszeiten die einzige Methode ist, seine Gesundheit zu verbessern», betonte Panda.

Fettleibigkeit ist Problem

Krankhaftes Übergewicht ist ein grosses Problem: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht Adipositas (Fettleibigkeit) als weltweite Epidemie. 1,9 Milliarden Erwachsene (39 Prozent) gelten als übergewichtig, ein Drittel davon als fettleibig. Betroffene leiden oft an Diabetes, Bluthochdruck und Gelenkproblemen.

Der Anteil der krankhaft Übergewichtigen liegt einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zufolge in den USA bei 34 Prozent aller Erwachsenen, in Deutschland bei 15 und in Japan bei 4. Bei den Kindern sind zunehmend solche aus armen und Schwellenländer betroffen.

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