29.06.2016 09:42
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Klimawandel
An einigen Küsten wirds stürmischer
Der Klimawandel führt nach Erkenntnissen deutscher Wissenschaftler zu folgenreichen Veränderungen von subtropischen Randmeeresströmungen. Das wirkt sich auf die Küsten mehrerer Kontinente aus.

Wetter und Klima an den Ostküsten Südafrikas, Asiens, Australiens sowie Südamerikas würden in den kommenden hundert Jahren wohl «deutlich wärmer und vermutlich auch deutlich stürmischer werden als im globalen Durchschnitt», teilte das Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven am Dienstag mit.

Veränderte Meereströmungen

Die Auswertung von Klimadaten zeige, dass sich vom Wind angetriebene Meeresströmungen wie der Kuroshio-Strom in Ostasien und der Agulhas-Strom vor Ostafrika in vergangenen Jahrzehnten parallel zur Erderwärmung stärker in Richtung Pol verlagert haben und stärker geworden seien. So transportierten sie mehr Wasser und damit auch mehr Wärme aus den Tropen in Richtung Pole, was Stürme in den betroffenen Regionen wahrscheinlicher mache.

«Ausgelöst wurden diese Veränderungen durch zunehmende Winde in beiden Hemisphären», erklärte AWI-Klimaforscher Hu Yang, der die Untersuchung als Erstautor leitete und im Fachjournal «Journal of Geophysical Research» veröffentlichte. Sämtliche ausgewertete Klimadatensätze und weitere ozeanografische Beobachtungsdaten zeigten dasselbe Muster.

Golfstrom wrid schwächer

Nicht betroffen ist der für Europa entscheidende Golfstrom. Er werde nicht allein durch Winde angetrieben, sondern auch durch die sogenannte thermohaline Zirkulation, betonten die Experten. Diese wird durch Unterschiede in der Temperatur- und Salzkonzentration des Meerwassers ausgelöst, das im Nordatlantik abkühlt und in tiefere Ozeanschichten absinkt.

Für den Golfstrom sagen die Daten der Forscher vielmehr eine langfristige Abschwächung voraus. «Unseren Ergebnissen zufolge wird die Kraft dieses Förderbands langfristig abnehmen - und zwar in einer Grössenordnung, die das Plus des zunehmenden Winds mehr als kompensiert», erklärte Gerrit Lohmann vom AWI. Gäbe es den Einfluss der thermohalinen Zirkulation nicht, «würde auch der Golfstrom dem Muster der anderen Randströme folgen».

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