30.03.2019 17:00
Quelle: schweizerbauer.ch - zvg
Wetter
Auf Stürme folgte Sonne satt
Die Märzwitterung war in der ersten Monatshälfte durch starke Westanströmung vom Atlantik und Tiefdruckgebieten über Nordeuropa geprägt. Danach kam der Frühling.

Eine anhaltende Westwindlage über dem Atlantik bescherte Nordeuropa in der ersten Märzhälfte eine ganze Reihe von starken Stürmen. Die Schweiz geriet dadurch unter den Einfluss von Randtiefs und Frontdurchgängen, die vom 1. bis 17. März 2019 zu stürmischer Witterung und einigen markanten Föhnlagen führten. Es wurden regelmässig Windwarnungen ausgesprochen. 

Am 6. März bildete sich auf der Vorderseite eines Tiefs über England eine starke Südströmung aus, die in der Folge auf der Alpennordseite zu einer ausgeprägten Föhnlage führte. In Gipfellagen erreichten die höchsten Windspitzen um 160 km/h, in den Föhntälern der Alpennordseite 100 bis 120 km/h, und in der klassischen Föhnregion des Urnersees blieb man beim Spaziergang nicht immer trocken.

Sonnenverwöhnt in der zweiten Monatshälfte

Ein Zwischenhoch habe m 16. März habe bereits den Wetterumschwung angekündigt, ist auf der Internetseite von MeteoSchweiz nachzulesen. Ab dem 18. März wechselte die Grosswetterlage und eine ausgedehnte Hochdruckzone etablierte sich über der Schweiz. Dies führte zu einer Wetterberuhigung mit viel Sonne und Trockenheit und läutete den Frühlingsbeginn standesgemäss ein.

Extreme Schneearmut auf der Alpensüdseite

Während in den Ostalpen zum Teil noch überdurchschnittlich viel  Schnee lag, verzeichnete die Alpensüdseite im März regional die massivste Schneearmut seit Messbeginn. Am Messstandort Bosco-Gurin auf 1486 m Höhe erreichte die durchschnittliche Schneehöhe nur gerade 4 cm (Abb. 4). Der bisherige Minimalwert vom März 2007 lag bei 19 cm. 

Der Frühling ist mit Vorsprung unterwegs 

Blühende Haselsträucher wurden bis Mitte März vor allem in Höhenlagen zwischen 650 und 1200 m beobachtet. Die Haselblüte war in diesem Jahr kurz, denn viele Haselsträucher blühten gleichzeitig vom Mittelland bis in höheren Lagen. Oberhalb von 1000 m blühten die Haselsträucher sehr früh, mit einem mittleren Vorsprung von 20 Tage.

Insgesamt fand die Haselblüte zu einem normalen Zeitpunkt statt, mit einem mittleren Vorsprung von 8 Tagen auf das Mittel der Periode 1981?2010. Die frühesten Beobachtungen von blühendem Huflattich wurden schon im Februar gemacht, was sehr früh ist. Die Mehrheit der Meldungen stammt jedoch aus dem März.

Der Huflattich konnte von den hohen Temperaturen im Februar und März profitieren und blühte mit einem mittleren Vorsprung von 16 Tagen. 70 % der Beobachtungen lassen sich dabei als „früh“ und „sehr früh“ klassieren. Die bisher höchstgelegene Meldung von blühendem Huflattich stammt aus Chaumont auf 1150 m, wo er am 12. März beobachtet wurde. Buschwindröschen blühten ab dem 3. März im Mittelland unterhalb von rund 650 m mit einem Vorsprung von 8 Tagen auf das Mittel.

Selbst erste Obstbäume begannen im März zu blühen: in Locarno wurde die Vollblüte des Birnbaums am 19. März beobachtet (12 Tage früher als im Mittel 1991?2018) und in Liestal der Blühbeginn des Kirschbaums am 21. März (15 Tage früher als im Mittel 1996?2018).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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