4.09.2017 15:44
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
St. Gallen
Aufräumarbeiten nach Dauerregen
Nach den schweren Regenfällen am Freitag und Samstag laufen in der Ostschweiz vielerorts noch Aufräumarbeiten. Die Verantwortlichen hoffen auf trockenes Wetter. Die Schäden lassen sich noch nicht beziffern. Besonders betroffen ist das Rheintal.

Bis zum späteren Samstagnachmittag musste im Kanton St. Gallen die Feuerwehr über 600 Mal ausrücken. Es gab wegen Erdrutschen gesperrte Verkehrswege und eingestellte Schiffsverbindungen. Die Einsatzkräfte pumpten zahlreiche Keller aus und befreiten Strassen von Geröll und Erde.

Bereits am Sonntag meldete die Polizei eine erste Beruhigung der Situation. Diese Entwicklung hat sich seither fortgesetzt. Es fiel auch kein neuer Regen mehr.

Viel Arbeit für Bauämter und Versicherungen

Im Kanton St. Gallen gebe es auf den Hauptverkehrsachsen keine Probleme mehr, sagte Polizeisprecher Florian Schneider am Montagvormittag der Nachrichtenagentur sda. Für die Aufräumarbeiten seien nun die Gemeinden zuständig. Das Unwetter werde die Bauämter und Versicherungen noch länger beschäftigen.

Besonders betroffen vom Dauerregen war Altstätten. Im Juli 2014 hatte dort ein Hochwasser grosse Schäden angerichtet. Danach war ein Alarmsystem aufgebaut worden. Sensoren und Kameras beobachten seither den Pegelstand der Bäche. Wird eine bestimmte Marke erreicht, löst das System Alarm aus und die Feuerwehr rückt aus.

Feuertaufe für Alarmsystem 

Insgesamt habe das gut funktioniert, erklärte Stadtpräsident Ruedi Mattle. Er selber sei in der Nacht auf Samstag um vier Uhr alarmiert worden. Viele Leute seien da schon auf den Beinen gewesen.

Bisher wurden nur die Einsatzkräfte, aber nicht die Bevölkerung alarmiert. Kritik gab es deswegen vom Inhaber einer Bäckerei, der vom Hochwasser überrascht wurde. Man werde nun die Erfahrungen mit dem Alarmsystem auswerten und abklären, ob Verbesserungen notwendig seien, kündigte Mattle an.

Bereits ab Samstagmittag wurde damit begonnen, die Bäche von Geschiebe zu befreien. Priorität habe aktuell vor allem die Instandstellung einer Kanalisation, die an einer Stelle verstopft ist. Insgesamt müsse noch eine ganze Weile «gebaggert und geschaufelt» werden, so der Stadtpräsident.

Viel Holz im Bodensee

Ähnliche Aufräumarbeiten laufen in zahlreichen anderen Gemeinden im Kanton St. Gallen. In Goldach wird bereits seit Samstag mit Kränen und Bagger Holz geborgen, das die Goldach mitgerissen und in den Bodensee geschwemmt hat.

Dabei seien Baumstämme mit Wurzeln, zu sehen gebe es aber auch viel Schnittholz, schildert Gemeindeingenieur Ralph Gerschwiler die Situation. Die kursierende Zahl von 200 Tonnen Holz im See konnte er nicht bestätigen: «Wir haben es nicht ausgerechnet, aber die Menge ist schon sehr gross.» Zufrieden ist Gerschwiler mit dem Alarmsystem, das gut funktioniert habe. Dadurch sei die Feuerwehr früh an den neuralgischen Stellen präsent gewesen und habe Verkeilungen von Holzstämmen verhindern können.

Hoffen auf trockenes Wetter

Ein ähnliches Bild wie im Kanton St. Gallen zeigt sich in Appenzell Ausserrhoden. Im Moment habe sich die Situation entspannt, erklärt Hanspeter Saxer, Sprecher der Ausserrhoder Kantonspolizei. Nach den zahlreichen Hangrutschungen seien nun alle Kantonsstrassen wieder befahrbar.

Aufräumarbeiten laufen vor allem noch auf kleinen Gemeindestrassen. Bis klar sei, wie hoch die Schäden seien, werde es noch einige Zeit dauern, ist Saxer überzeugt. Entscheidend sei nun, wie sich das Wetter in den nächsten Tagen entwickle.

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