20.02.2019 19:40
Quelle: schweizerbauer.ch - Therese Krähenbühl
Bern
Bauer und Skilehrer aus Leidenschaft
Im Eriz BE sind der Skilift und die Landwirtschaft schier untrennbar miteinander verbunden. Der Bauer Hans Jaun hat die Skischule gegründet. Heute führt diese seine Tochter Monika Geissbühler-Jaun, der Sohn Heinz Jaun hat den Hof übernommen. -> Mit Video

Hans Jaun ist eine Institution im Innereriz BE und ist nicht nur als Bauer, sondern auch als Gründer und langjähriger Leiter der Skischule Eriz weitherum bekannt. Noch heute kann es der mittlerweile 78-Jährige nicht lassen.

Familiensache Skifahren  

Obwohl er erst vor einigen Monaten eine Operation am Becken hatte, steht er an diesem strahlenden Wintertag wieder auf den Skiern. Ganz oben am grossen Skilift blickt er zufrieden über die Piste. «Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl, im Winter hier oben mit den Sieben Hengsten und der Sichel im Hintergrund zu stehen», sagt Hans Jaun. Im nächsten Moment gesellt sich sein Enkel Matthias zu ihm. Er ist genauso ein angefressener Skifahrer wie sein Grossvater.

Skifahren ist bei Jauns seit Generationen Familiensache. Der Vater von Hans Jaun war in den 1960er-Jahren eine treibende Kraft beim Bau des Skiliftes im Innereriz. «Als wir einmal gesehen haben, wie ein Gast jemandem Skiunterricht gegeben hat, entstand die Idee, im Eriz eine Skischule zu gründen.»

Treue Mitarbeiter


Am Anfang sei der Idee noch etwas skeptisch begegnet worden. «Das Skigebiet ist klein. Trotzdem habe ich mich entschieden, die verschiedenen Kurse zu besuchen und habe das Projekt im Jahr 1978 in Angriff genommen», erinnert sich der Bauer. Der Aufbau der Skischule habe viel Energie gebraucht. «Gute Lehrer zu finden, war nicht immer einfach.» 

Der Skilift bietet für knapp zehn Bauernfamilien ein Zusatzeinkommen. Auch Hansrudolf Eicher ist ein langjähriger Mitarbeiter. «Als unser Bauernbetrieb noch grösser war, habe ich während 30 Jahren als Skilehrer gearbeitet, weil ich da etwas weniger Präsenzzeit hatte», sagt der Bauer. Nun hat er zum Skilift gewechselt. «Für mich ist das eine ideale Arbeit für den Winter. Wir beginnen um halb zehn und sind um fünf Uhr fertig. Ich wüsste nicht, wo ich sonst eine Arbeit mit so guten Zeiten finden würde.»

Schön wie eh und je

Das enge Miteinander von Skilift und Skischule und die familiäre Atmosphäre zieht vor allem viele junge Familien mit Kindern, die das Skifahren erst noch lernen, an. «Wir leben davon, dass wir ein kleines, aber feines Skigebiet für Familien sind. In diesem Winter profitieren wir von den perfekten Schneeverhältnissen», betont Monika Geissbühler.

Gerade hat sie die Kinder von der Skischule verabschiedet und gesellt sich zu ihrem Vater Hans, der das bunte Treiben der Skischule zufrieden betrachtet. Vieles habe sich in den vergangenen Jahren geändert, stellt Hans Jaun fest. «Die Skier sind zum Beispiel viel besser geworden. Das Skifahren ist aber immer noch genauso schön wie damals.»

Den ganzen Artikel über die Familie Jaun-Geissbühler gibt es in der Schweizer Bauer Print-Ausgabe vom 20. Februar 2019.

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