15.09.2017 13:07
Quelle: schweizerbauer.ch - ber
Wallis
Bauern leiden wegen Murmeltieren
Landwirte in Zermatt VS leiden unter einer Überpopulation von Murmeltieren. Diese kommen bis ins Dorf hinunter und richten auf den Wiesen der Bauern grosse Schäden an.

Normalerweise leben Murmeltiere rund 400 Meter oberhalb der Waldgrenze. In Zermatt kommen sie aber bis ins Dorf hinunter und richten den Bauern grosse Schäden an. Das Bergdorf am Fusse des Matterhorns liegt auf 1608 m ü. m.

Wie srf3 berichtet, kann Schäfer und Biobauer Paul Julen seine Wiese wegen der vielen Murmeltier-Löcher nicht mehr nutzen. Die Unfallgefahr sei schlicht zu gross. Weder mit Maschinen noch mit Tieren könne er die Wiese bewirtschaften. Einmal fielen sogar zwei junge Lämmer von Paul Julen in ein Murmeltier-Loch. Diese konnte er aber retten, weil er per Zufall dazu kam.

Zielkonflikt zwischen Tourismus und Landwirtschaft


Zwei Zermatter Bauern räucherten die Murmeltier-Löcher Ende Juni illegal aus, was zu einer Strafanzeige führte. Jedoch sei seither die Problematik ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt. Nun hat der Kanton Wallis beschlossen, dass Wildhüter kontrolliert Murmeltiere abschiessen dürfen. Bei einigen Touristen kommt dieser Beschluss nicht gut an.

Der Zermatter Tourismusdirektor Daniel Luggen kann die Sorgen der Bauern verstehen. «Es ist ein Zielkonflikt zwischen der Landwirtschaft und dem Tourismus» sagt er gegenüber srf3. Um das Problem der Überpopulation von Murmeltieren bekämpfen zu können, würden die kontrollierten Abschüsse durch den Wildhüter nicht ausreichen. Aus diesem Grund will die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere nun ein Reglement ausarbeiten. Dies sollte den Jägern erlauben, Murmeltiere auch ausserhalb der Jagdsaison in bestimmten Gebieten schiessen zu können.


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