22.08.2019 10:29
Quelle: schweizerbauer.ch - Rahel Berger
Zug
Bauerntochter Ramona ist Ehrendame
Sie ist jung, hübsch und bodenständig. Bauerntochter Ramona Zimmermann aus Cham ZG ist eine von 12 Ehrendamen am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Zug. Sie freut sich auf ein unvergessliches Fest.

Ramona Zimmermann ist gelernte Fachfrau Gesundheit, inzwischen aber als Hebamme tätig. Einst ist sie als stolze Bauerntochter aufgewachsen und wirkt immer noch sehr verbunden mit der Landwirtschaft.

Mithilfe in Hofmetzgerei

«Wir durften eine wunderschöne Kindheit verbringen und waren täglich im Stall.» Als Hebamme hilft sie heute Menschenkindern auf die Welt. Als Bauernmädchen waren Kälbergeburten für sie das grösste Highlight. «Ob am Tag oder in der Nacht, das Abkalben wollte ich nie verpassen und war deshalb, wenn immer möglich mit dabei.» Vor zwölf Jahren konnten Zimmermanns aussiedeln und kamen auf den wunderschön gelegenen Weidhof in Cham.

Der viel beschäftigten Ramona bleibt mittlerweile nicht mehr so viel Zeit, regelmässig auf dem Hof mitzuhelfen. Ergibt sich doch ein Zeitfenster, hilft die hübsche Blondine auf der hofeigenen Metzgerei beim Fleischverarbeiten mit. «Mir war immer klar, dass mein Bruder den Hof gerne übernehmen würde, also habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht, den Beruf Bäuerin selber zu erlernen, und ging beruflich meinen eigenen Weg.»

Bruder führt Hof

Vor zwei Jahren hat Ramonas Bruder Martin, der nach der Metzgerlehre den Beruf Landwirt erlernte, den 43 Hektar grossen Hof in Cham übernommen. Sein Vater wie auch ein Onkel unterstützen ihn tatkräftig bei den Arbeiten auf dem Betrieb. Der fünfte Lebendpreis am Eidgenössischen, das Brown-Swiss-Rind Zimmermann’s Phil Tissötli, welches von Tissot gesponsert und bei welchem Matthias Sempach als Pate amtet, stammt aus Zimmermanns Zucht.

Die Chamer führen einen IP-Milchwirtschaftsbetrieb mit 100 Kühen und 40 Aufzuchtrindern. Zusätzlich betreiben sie Kälbermast. Das Fleisch der 30 Mastkälber wird in der hofeigenen, hervorragend eingerichteten Metzgerei verarbeitet, gelagert und direkt vermarktet. In fünf nahegelegenen Restaurants findet man Zimmermanns Kalbfleisch auf der Speisekarte, das übrige Fleisch wird von Privatkunden erworben.

Ehre als Ehrendame

Die 27-jährige Ramona musste wie alle anderen Ehrendamen ein Bewerbungsverfahren durchlaufen. Dabei hat das OK speziell darauf geachtet, dass die jungen Frauen einen eindeutigen Bezug zum Schwingsport haben, was auch Ramona als sehr wichtig einstuft. Diesen Bezug hat die aufgestellte Chamerin. Sie ist nämlich in einer Schwingerfamilie gross geworden. Ihr Bruder Martin Zimmermann war einst selber Kranzschwinger (6 Kränze), wie auch ihr Vater, welcher ebenfalls Martin heisst (10 Kränze).

Vater Martin durfte 1986 am Eidgenössischen in Sitten gemeinsam mit einem Kameraden Harry Knüsel, der im Schlussgang Ernst Schläpfer bezwang, als neuen Schwingerkönig hochschultern. So war Ramona schon früh an Schwingfesten anzutreffen. Ihre Schwester ist im Vorstand des Schwingklubs Cham-Ennetsee, wo Bruder Martin die Jungschwinger trainiert. Ramonas Eltern sind Ehrenmitglieder des heimischen Schwingklubs. 

Pirmin Reichmuth wohnte auf Hof

Sie selber amtet jedes Jahr als Speakerin am Buebeschwinget in Cham, welches seit über 30 Jahren auf ihrem Hof stattfindet. Während die hübsche Blondine von ihren Erfahrungen als Ehrendame erzählt, hüpfen ihre beiden Nichten auf «Tantis Schoss». Auch ihnen hat es der Schwingsport schon richtig angetan. «Vor zwei Wochen habe ich «Pirmi» eine Zeichnung geschickt» so die ältere der beiden Nichten.

Mit «Pirmi» meint sie natürlich den Lokalmatador Pirmin Reichmuth. Ramona fügt an: «Als Bub hat Pirmin mit seiner Familie bei uns im Bauernhaus gewohnt. Deshalb kenne ich den inzwischen 1,98 Meter grossen Sennenschwinger schon lange. Also seit er wirklich noch klein war.» Reichmuth lasse es sich auch zehn Tage vor dem Eidgenössischen nicht nehmen, zusammen mit Ramona auf Zimmermanns Weidhof am Buebeschwinget zu speakern.

Spannung steigt

Die Stimmung unter den Ehrendamen sei so kurz vor dem grossen Fest sehr gut, meint die Strahlefrau. «Alle freuen sich auf den Einsatz am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest. Wir dürfen die Zuger Festtagstracht tragen, die auf uns massgeschneidert wurde.» Die zwölf jungen Frauen haben sich oft getroffen.

Voller Stolz und mit leuchtenden Augen meint Ramona: «Schon kurz nach Estavayer bekam ich die Zusage, dass ich als Ehrendame gewählt wurde.» Danach folgten etliche Schulungen und Besprechungen. «Alles hat mit dem Schneidern der Trachten begonnen.» Am 100-Jahre-Jubiläum des Zuger Kantonal-Schwingfestes Anfang Mai durften sechs Ehrendamen ihre Hauptprobe für den Grossanlass bewältigen.

Vorfreude ist gross

Ramona freut sich sehr auf die vielen Eindrücke und Emotionen, die am kommenden Wochenende an dem riesigen Volksfest auf sie zukommen werden. Sie durfte schon einige Male als Ehrendame amten. Mehrmals sei sie am Zuger Kantonalen und auch am Innerschweizer Schwingfest Ehrendame gewesen. «Aber nun ein Teil eines Eidgenössischen sein zu dürfen, ist eine enorm grosse Ehre für mich!» 

Zu den Aufgaben einer Ehrendame gehört das Betreuen der VIP-Gäste und Sponsoren, lange Präsenzzeiten, das Flankieren der Redner bei deren Ansprachen und natürlich das Krönen am Sonntagabend. Auf die Rangverkündigung freut sich Ramona natürlich am meisten. Eigentlich erübrigt sich die Frage, wen sie sich als neuen König wünscht.

«Als Chamerin drücke ich natürlich Pirmin Reichmuth die Daumen. Und wem wird die Ehre zugetragen, dem neuen Schwingerkönig das heissbegehrte Eichenlaub aufzusetzen? «Das wissen wir noch nicht, ich gehe aber davon aus, dass dies ausgelost wird.» Nachdem sich der neue Schwingerkönig am Sonntagabend hat schultern lassen dürfen, bleibt es also noch spannend, von welcher Ehrendame er gekrönt wird.

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