14.10.2020 08:00
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschalnd
Bayer wirft Umweltinstitut Angstmacherei vor
Die vom Umweltinstitut München gemeinsam mit dem Bündnis für enkeltaugliche Landwirtschaft beauftragte Studie zur Ausbreitung von Pflanzenschutzmitteln durch die Luft ist bei Bayer CropScience auf deutliche Kritik gestossen.

Deutschland-Chef PeterMüller monierte in einem Offenen Brief an den Agrarreferenten des Umweltinstituts, Karl Bär, insbesondere fehlende Mengenangaben und eine Analyse zur tatsächlichen Gefährlichkeit der Reststoffe.

Ein vom Umweltinstitut beauftragtes Forschungsbüro hatte im Rahmen der Studie zwischen 2014 und 2019 deutschlandweit 138 verschiedene Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln fernab von Acker und Grünland gefunden, von denen 30 % nicht mehr oder noch nie zugelassen gewesen sind. Die Organisationen forderten daraufhin ein Verbot für Agrarchemie bis 2035 sowie eine Reform des Zulassungssystems, in dem die Ausbreitung von Pflanzenschutzmitteln über die Luft berücksichtigt wird.

Müller betonte mit Blick auf die Ergebnisse der Analyse, dass der Nachweis allein „gar nichts“ besage. Mit Hilfe heutiger Analysemethoden könne man selbst in der Antarktis Spuren von Pflanzenschutzmitteln, Mikroplastik oder Reifenabrieb finden. Er wirft den Auftraggebern vor, dass von Mengen oder Konzentrationen in der Studie kaum die Rede sei. Auch bei der Pressekonferenz sei man hier eine konkrete Antwort schuldig geblieben. 

Der Unternehmensvertreter stellt mit Blick auf die tatsächlich im Bericht aufgeführten „verschwindend geringen“ Mengen, die im Falle von Glyphosat um das 100- bis 10 000- Fache unter dem lägen, was ein erwachsener Mensch ohne Gesundheitsgefährdung über sein ganzes Leben hinweg täglich aufnehmen könnte. Eine deutlich grössere Gefahr gehe von Schimmelpilzgiften oder pflanzlichen toxischen Substanzen in Lebensmitteln aus, gab Müller zu bedenken.

Wer minimalste Spuren von Pflanzenschutzmitteln als „schockierend“ bezeichne und Verbote fordere, mache den Menschen Angst, spalte die Gesellschaft und diskreditiere die Landwirte ebenso wie die in der Agrarbranche tätigenWissenschaftler, warnteMüller.Wer zudem verschweige, dass ohne Agrarchemie bis zu 40 % der weltweiten Ernten vernichtet würden, disqualifiziere sich „komplett“ für den wichtigen Austausch über die wirklichen Probleme von Landwirtschaft und Ernährung.

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