2.06.2014 18:38
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Waadt
Bedingte Strafe für Landwirt wegen tödlichen Unfalls
Ein Strafgericht in Yverdon VD hat den Waadtländer SVP-Nationalrat Jean-Pierre Grin im Zusammenhang mit einem tödlichen Unfall vor zwei Jahren zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen verurteilt. Er wurde der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen.

Das Gericht verhängte zudem eine Busse von 1000 Franken. Das Verschulden von Grin sei «durchschnittlich», befand das Gericht.

Unfall ereignete sich im Sommer 2012

Staatsanwältin Marjorie Moret hatte eine bedingte Geldstrafe von 50 Tagessätzen für den 67-jährigen Politiker verlangt. Für sie hat der Beschuldigte einen schweren Fehler begangen. Verteidiger Stefan Disch räumte zwar ein Verschuldens seines Mandanten ein. Der Fehler sei aber nur als sehr leicht zu taxieren.

Zu dem verhängnisvollen Unfall kam es am 28. Juli 2012 in Pomy VD: Der Landwirt Grin war an jenem Morgen kurz vor 9.30 Uhr mit seinem Traktor auf einer Nebenstrasse unterwegs. Als er bei einer Kreuzung auf die Kantonsstrasse einbog, übersah er einen von links herannahenden Personenwagen, worauf es zu einer heftigen Kollision kam.

Der 48-jährige Lenker des Personenwagens, der die Sicherheitsgurten nicht getragen hatte, wurde aus dem Auto geschleudert, das sich zweieinhalb Mal überschlagen hatte. Er verstarb noch auf der Unfallstelle. Beim Unfall war gemäss der Untersuchung weder Alkohol, noch Müdigkeit oder Stress im Spiel.

«Ich stelle mir die Frage seit 20 Monaten»

Grin sagte an der Gerichtsverhandlung vom Montag, er könne sich nicht erklären, warum er das herannahende Fahrzeug übersehen hatte. «Ich stelle mir die Frage seit 20 Monaten», sagte er. Eine Möglichkeit könnte sein, dass der Rückspiegel des Traktors das Auto verdeckt hat. Grin, dessen Sohn im Alter von sechs Jahren vor rund 30 Jahren bei einem Verkehrsunfall getötet worden war, besuchte bereits am Tag nach dem Unfall die Familie des Opfers, um sein Beileid kundzutun.

Zwischen 2006 und 2012 kam es an der Kreuzung zu insgesamt elf Verkehrsunfällen. Grin, der zwischen 1994 und 2011 als Gemeindepräsident von Pomy amtete, war die Gefährlichkeit der Kreuzung bekannt. Die Kreuzung soll nun umgebaut werden. Die Gemeinde hatte sich erfolglos dafür eingesetzt, dass anstelle der Kreuzung ein Kreisel gebaut wird.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE