28.10.2014 06:51
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Gesundheit
Bei Sommerzeit bewegen sich Kinder mehr
Wenn die Sonne später untergeht, spielen Kinder deutlich mehr im Freien. Dies ist das Resultat einer internationalen Studie mit 25'000 Kindern, darunter auch Schüler und Kindergartenkinder aus der Schweiz. Die Autoren sind der Ansicht, dass die Einführung einer zusätzlichen Stunde Tageslicht der Kindergesundheit zuträglich wäre.

Für die Studie wurde die tägliche Aktivität von Kindern zwischen 5 und 16 Jahren in neun Ländern mit Beschleunigungsmessern gemessen, die sie um die Taille trugen. Das Resultat: Ging die Sonne an Sommertagen um 21 Uhr unter, bewegten sich die Kinder um 15 bis 20 Prozent mehr, als wenn die Sonne im Winter um 17 Uhr unterging.

Besonders bei europäischen und australischen Kinder

Dies traf besonders auf europäische und australische Kinder zu - und zwar auch dann, wenn die Forscher Wetterbedingungen und Temperaturen in ihren Daten berücksichtigten. Dies berichten die Forscher im «International Journal of Behavioural Nutrition and Physical Activity».

«Diese Studie ist der bisher stärkste Hinweis darauf, dass abendliches Tageslicht die Aktivität von Kindern am späten Nachmittag beeinflusst - die 'kritischen Stunden' für das Spielen im Freien», erklärte Anna Goodman von der London School of Hygiene & Tropical Medicine in einer Mitteilung zur Studie.

Abends länger Sonne

In Grossbritannien und Australien wird seit Jahren darüber diskutiert, eine zusätzliche abendliche Stunde Tageslicht einzuführen. Dies würde sich auf jedes einzelne Kind auswirken und vermutlich viel weiter reichen als viele gängige Massnahmen zur Gesundheitsförderung, sagte Goodman.
Eine zusätzliche Stunde draussen Spielen brächte allerdings nur zwei Minuten mehr Aktivität pro Tag und Kind. Da sich Kinder pro Tag im Schnitt während 33 Minuten so beschäftigen, sei der Zuwachs indes nicht trivial.

Auch den Effekt der halbjährlichen Zeitumstellung konnten die Wissenschaftler nachweisen: Sie untersuchten die Aktivität von 439 Kindern direkt vor und nach der Zeitumstellung. Es zeigte sich, dass sich das gleiche Kind in den Tagen nach der Umstellung zum späteren Sonnenuntergang sofort mehr bewegte.

Schritt in die richtige Richtung

«Längeres Tageslicht würde zwar das Problem der mangelnden körperlichen Bewegung bei Kindern nicht lösen», sagte Studienleiterin Ashley Cooper von der Universität Bristol. «Doch es wäre ein Schritt in die richtige Richtung.»

In die Studie sind Daten aus zwei Schweizer Studien eingeflossen: Die Kinder-Sportstudie (KISS) hatte das Bewegungsverhalten von über 600 Schulkindern in den Regionen Basel und Aargau untersucht, die Ballabeina-Studie die Gesundheit von rund 800 Kindergartenkindern in den Kantonen Waadt und St. Gallen. Weitere Daten stammten aus England, Australien, USA, Norwegen, Dänemark, Estland, Brasilien und Madeira in Portugal.

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