14.06.2014 12:03
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Bergbauer Renzo Blumenthal baut Stall mit Melkroboter
Meisterlandwirt Renzo Blumenthal macht beim Bauernkalender mit. Er melkt in der Bergzone III neu mit einem Roboter.

«Schweizer Bauer»: Als ehemaliger Mister Schweiz sind Sie im nächsten Bauernkalender abgebildet. Weshalb stellten Sie sich zur Verfügung?
Renzo Blumenthal: Weil ich letztes Jahr gehört habe, dass zu wenig Schweizer Bauern mitmachen wollten. Mit meiner Teilnahme möchte ich Mut machen und mit gutem Beispiel vorangehen. Denn der Bauernkalender ist eine gute Sache. Wir müssen zeigen, dass wir Bauern nicht nur aus Mist, Gülle und Melken bestehen. Wir machen auch eine gute Figur und haben das Zeug zum Kalenderboy und Model.

Anscheinend hat Ihr Beispiel gefruchtet –  nun sind im Kalender wieder ausschliesslich Schweizer abgebildet
Das begrüsse ich mit Händeklatschen und mit grossem Applaus! Dass die Herausgeber des Kalenders wieder rein auf die schweizerische Schiene setzen, finde ich gut. Es soll ja auch ein Schweizer Bauernkalender sein. Und nicht irgendein Modelkalender, von denen gibt es schon genug. 

Was haben Sie heute auf Ihrem Bauernbetrieb gemacht?
Wir haben Heu gemäht. Und ich war noch an einem Event. Ich bin jeden Tag auf dem Hof, bin zu 100% Bauer. Derzeit sind wir ja auch am Bauen – einen neuen Freilaufstall mit Melkroboter. Früher standen unsere Kühe in einem Anbindestall und wir melkten mit einer Absauganlage. Ich habe mir gesagt: «Wenn ich baue, dann richtig.»

Für wie viele Kühe bauen Sie?
Für 40 Milchkühe. Im selben Stall werden auch 20 Kälber stehen. Insgesamt betreuen wir rund 100 Stück Rindvieh, in einem anderen Gebäude sind noch 40 Rinder. Wir sind ja weit oben im Berggebiet, in der Bergzone III, zu Hause und bewirtschaften insgesamt 52 Hektaren Land. Deshalb sind wir auch nicht am Jammern.

Sie vertreiben unter dem Label «Renzo Blumenthal» diverse Produkte  – zum Beispiel Würste aus eigenem Schweinefleisch, Bier aus eigener Gerste, Blumenthaler Bergkäse. Wo wird dieser hergestellt?
In der Molkerei Davos. Unsere Bio-Milch geht an den Biomilchpool.

Was verkauft sich am besten?
Trockenwürste, Speck, Schinken. Aber der Blumenthaler Bergkäse und das Renzo-Bier laufen auch gut. Alle diese Produkte sind ja auch im Globus Zürich erhältlich – das Resultat von acht Jahren Arbeit. Ohne Fleiss kein Preis.

Ändern Sie auf Ihrem Betrieb etwas wegen der AP 14–17?
Ich fahre mit der Milchproduktion fort und versuche mich dort noch stärker zu positionieren, indem ich etwas weniger Galtvieh haben und dafür mehr melken werde. Das Berggebiet eignet sich sehr gut für die Milchproduktion, gerade für Biomilch. Irgendwann wird Milch zur Mangelware, und dann wird auch der Preis stimmen.

Sie spielten in der Nationalliga beim FC St. Gallen Profi-Fussball. Auf wen setzen Sie bei der Fussball-WM?
Ich stehe zur Schweiz und hoffe, dass die Schweizer Mannschaft einigermassen gut abschneidet. Jetzt müssen die Schweizer umsetzen, geredet haben sie genug. Sie sollen frei aufspielen, als wäre jeder Match ihr letzter, und ja nicht verklemmt sein. Das Ziel muss der Finaleinzug sein, alles andere zählt an einer WM nichts.

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