27.02.2014 11:46
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Luzern
Bluttat: Öffentliche Gedenkstätte in Menznau eingeweiht
Am Jahrestag der Bluttat von Menznau LU ist am Donnerstag in der Nähe der betroffenen Firma Kronospan eine öffentliche Gedenkstätte eingeweiht worden. Am Anlass im engsten Kreis nahmen gegen 200 Mitarbeiter, Angehörige der Opfer, Helfer und Behördenmitglieder teil.

Zu Beginn der Feier um 10.30 Uhr legten die Anwesenden eine Gedenkminute für die Verstorbenen ein. Die Tragödie vor einem Jahr habe sich für alle überraschend ereignet, sagte Kronospan-CEO Mauro Capozzo in einer Rede. Am Gedenktag würden die Wunden nun wieder aufgerissen.

Gedenkstätte liegt oberhalb des Firmenareals

Das Geschehene sei unbeschreiblich, sagte Capozzo mit belegter Stimme. Er dankte allen jenen, die den Betroffenen nach der Tat Solidarität und Unterstützung entgegengebracht haben. Die Gedenkstätte sei ein Ort für Mitarbeiter, Verwandte und Freunde um zu trauern, aber auch um neue Hoffnung und Kraft zu schöpfen.

Die Gedenkstätte liegt oberhalb des Firmenareals an einem Weiher. Der Erinnerungsort umfasst Sitzbänke, eine hölzerne Skulptur in Form einer Hand mit einer Kugel aus Stein darin sowie eine Inschrift.

Glockengeläut für Opfer

Um 10 Uhr läuteten in Gemeinden, in denen Todesopfer oder Verletzte zu beklagen waren, die Kirchenglocken. Dazu hatten die Luzerner Landeskirchen aufgerufen. Nach der Fasnacht soll am Aschermittwoch eine öffentliche Gedenkandacht in Menznau stattfinden.

Am Morgen des 27. Februar 2013 eröffnete ein Arbeiter der Holzverarbeitungsfirma Kronospan in Menznau LU an seinem freien Tag im Firmengebäude unvermittelt das Feuer auf seine Kollegen. Fünf Menschen starben, darunter der Täter. Fünf weitere Personen wurden verletzt.

Spitzenschwinger unter den Opfern

Unter den Opfern war der 26-jährige Schüpfheimer Spitzenschwinger Benno Studer. Das Motiv des Täters ist unklar. Er starb an einer Schussverletzung im Kopf. Gemäss Staatsanwaltschaft richtete sich der Todesschütze am Ende selbst, oder es kam beim Handgemenge zu einem selbstverschuldeten Unfall, bei dem sich ein Schuss aus der Waffe löste.

Betroffenen macht die Tat auch ein Jahr später noch schwer zu schaffen. Eine Handvoll der 420 Mitarbeiter sind noch immer in psychologischer Behandlung.

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