8.04.2019 19:41
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Zürich
Böögg: Nur mittelmässiger Sommer
Der Zürcher Böögg hat den Winter verabschiedet und sagt einen mittelmässigen Sommer voraus. Sein Kopf explodierte am Montagabend am Sechseläuten, dem Stadtzürcher Frühlingsfest, nach 17 Minuten und 44 Sekunden. Durchschnittlich sind es 15 Minuten und 15 Sekunden.

Der Volksmund sagt: «Je schneller der Böögg verbrennt, desto schöner und länger dauert der Sommer». Dieses Versprechen konnte der Schneemann in den letzten Jahren jedoch häufig nicht einlösen. 2015 etwa kündigte er mit rund 20 Minuten einen eher miesen Sommer an - dieser ging dann aber als einer der wärmsten in die Geschichte ein.

Böögg lupfte es den Hut

Die Bezeichnung «Böögg» bedeutet in Zürich «verkleidete, vermummte Gestalt». Für einmal trug der Böögg über seinem Waschkorb-Hut noch einen Zwingli-Hut und erinnerte damit an das 500-Jahr-Jubiläum der Reformation.

Den Zwingli-Hut lupfte es nach rund fünf Minuten, und dann kam die gewohnte Kopfbedeckung des Schneemanns zum Vorschein. Diese «vertätschte» es dann gut zwölf Minuten später. Unter bewölktem Himmel säumten tausende Schaulustige die Strassen und schauten zu, wie rund 3500 Zürcher Zünfter in historischen Kostümen durch die Stadt Richtung Sechseläutenplatz zur Böögg-Verbrennung zogen.

Jahrhundertealter Brauch

Nach dem Böögg-Verbrennen ging es für die Zünfter weiter: Sie zogen sich zum Essen in ihre Zunftstuben zurück und besuchten anschliessend die anderen Zünfte. Die Zürcherinnen und Zürcher trafen sich derweil zum beliebten «Volkswurstbraten», bei dem auf den Überresten des Böögg-Feuers grilliert wird.

Das Sechseläuten geht zurück auf einen jahrhundertealten Brauch: Wenn im alten Zürich die Abende wieder heller wurden und die Kirchenglocken erstmals wieder um 18 Uhr statt schon um 17 Uhr zum Feierabend läuteten, trafen sich die jungen Leute auf den Plätzen und zündeten Scheiterhaufen mit Strohmännern an.

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