20.05.2020 09:20
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
Bonus für regionale Produkte
Die Regierung will regionale Lebensmittel mit einem Bonus fördern.

Die Regierung in Österreich will künftig verstärkt auf regionale und saisonale Lebensmittel setzen. Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger kündigte bei einem „Regionalitätsgipfel“ im Wiener Bundeskanzleramt an, auch im Bereich der öffentlichen Institutionen einen höheren Anteil an regionalen Lebensmitteln zu forcieren.

Ausserdem arbeitet die Regierung nach eigenen Angaben an einem „Regional-Bonus“. Demnach sollen regionale Produkte künftig steuerliche Vorteile erhalten, um so die Produktion vor Ort zu stärken. Zu dem Gipfelgespräch „Österreich isst regional“ hatten sich Vertreter der Regierung und der Landwirtschaft, der Gastronomie, der Nahrungsmittelindustrie sowie des Lebensmittelgross- und -einzelhandels getroffen. Mit dabei war auch der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Josef Moosbrugger.

Platz in den Regalen

Bereits vor dem Treffen hatte er an den Lebensmittelhandel appelliert, dem in jüngster Zeit sehr deutlich gewordenen Wunsch der Konsumenten nach regionalen und saisonalen Lebensmitteln sowie Produkten nachzukommen und diese verstärkt anzubieten. Dafür brauche es Platz in den Regalen und kostendeckende Preise für die Produzenten. In einem Brief an die politisch Verantwortlichen forderte Moosbrugger gemeinsam mit dem Präsidenten des Österreichischen Bauernbundes, Georg Strasser, die rasche Umsetzung der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung für die Gemeinschaftsverpflegung und bei verarbeiteten Produkten.

„Auch die durchgängige Umsetzung vom Billigstbieter- zum Bestbieterprinzip muss jetzt rasch erfolgen“, heisst es in dem Schreiben. Der österreichische Handelsverband begrüsste die Initiative der Bundesregierung zur Förderung heimischer Lebensmittel. „Die Sicherstellung einer nachhaltigen Lebensmittelversorgung mit regional produzierten, hochwertigen Lebensmitteln aus Österreich ist aus Sicht des Handels absolut systemrelevant und muss daher intensiviert werden“, erklärte Handelsverband-Vizepräsident Frank Hensel in einer Stellungnahme. Um dies zu schaffen und gleichzeitig die Abhängigkeit von Importen aus Drittstaaten zu reduzieren, brauche es mehr denn je einen Schulterschluss zwischen Landwirtschaft, Lebensmittelverarbeitung, Lebensmittelhandel und Gastronomie.

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