24.08.2015 17:00
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Freiburg
Brandfälle: Justiz bittet um «wirksamere Mithilfe»
Nach mehreren Brandstiftungen im freiburgischen Senseoberland fordern die Behörden die Bevölkerung dazu auf, wirksam zu helfen. Der Ermittlungserfolg hänge nicht selten von der lokalen Unterstützung ab.

Unbegründete Verdächtigungen, klare Unwahrheiten und das Verschweigen von Kenntnissen behinderten die Ermittlungen. Dadurch entstünden Verzögerungen, Kosten, Persönlichkeitsverletzungen und Unruhe in der Bevölkerung, sagten Vertreter von Generalstaatsanwaltschaft und Polizei laut Redetext am Montag vor den Medien in Freiburg.

Umgekehrt hänge der Erfolg der Ermittler bei kriminellen Taten nicht selten von der Unterstützung der Bevölkerung ab. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft bäten deshalb Behörden und Bevölkerung um eine «wirksamere Mithilfe».

Spektakuläre Brände

Der stellvertretende Generalstaatsanwalt des Kantons Freiburg, Markus Julmy, und Kripo-Chef Florian Walser traten vor die Medien, nachdem es in den letzten zwei Jahren im Senseoberland zu fünf Bränden gekommen war, die zu reden gaben. Alle wurden möglicherweise oder nachgewiesenermassen gelegt.

Besonders der Brand des Restaurants Kaiseregg im Januar dieses Jahres in Plaffeien sorgte für Gesprächsstoff. Der Besitzer wollte nämlich das stattliche Gebäude, das laut der Denkmalpflege einen historischen Wert aufweist, abreissen. Es wurde deshalb spekuliert, da liege ein sogenannter «warmer Abriss» vor.

Stall und Holzbrücke

Die Ermittlungen zu diesem Fall seien noch nicht abgeschlossen, hiess es am Montag vor den Medien, doch gebe es «starke Hinweise auf Brandstiftung».

Auch der Brand einer Holzbrücke über den Höllbach bei Plasselb gab zu reden, so wie auch der Brand eines Stalls auf der Alp Stoss oberhalb Plaffeien. Beide Brände wurden gelegt. In diesen beiden Fällen klagen die Ermittler, es seien kaum nützliche Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Beide Verfahren sind einstweilen eingestellt worden, trotz insgesamt Hunderter von Stunden polizeilicher Ermittlungsarbeit.

Im Sensebezirk brennts nicht häufiger

Julmy und Walser sagten am Montag auch, der Sensebezirk sei in den letzten Jahren nicht stärker von Bränden betroffen gewesen als andere Regionen. Das zeige ein Blick in die Statistik.

Im letzten Jahr seien von den total 253 Bränden im Kanton Freiburg 53 durch die Spezialisten der Kriminalpolizei näher untersucht worden. Sieben davon seien im Sensebezirk ausgebrochen. Und ein Blick zurück bis 1995 zeige, dass es tendenziell zu mehr Bränden in Agglomerationen komme als in Landgemeinden.

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