15.01.2015 07:27
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bern
Brandstifter zu fünf Jahren Haft verurteilt
Ein Feuerwehrmann aus dem Berner Jura ist am Mittwoch wegen Brandstiftung zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Ein Gericht in Moutier sprach ihn schuldig, vierzehnmal vorsätzlich Feuer gelegt und zweimal eine Brandstiftung versucht zu haben.

Das Gericht ordnete auch an, dass sich der 27-jährige Familienvater einer ambulanten medizinisch-psychiatrischen Therapie unterziehen muss. Obwohl durch die Brände niemand verletzt worden sei, hätten die Feuersbrünste eine echte Gefahr für die Allgemeinheit dargestellt, sagte der Gerichtspräsident bei der Urteilsverkündigung.

Persönliche Probleme

Bei jeder Feuersbrunst, die der Mann verursachte, habe der Angeklagte nach dem Alarm als Feuerwehrmann die Flammen bekämpft, sagte der Gerichtspräsident. Verhaftet wurde der Mann nach einem solchen Einsatz. Er gab die Serie von Brandstiftungen rasch zu. Der Mann verübte die Taten zwischen 2012 und 2014 in Reconvilier BE und Umgebung.

Als Grund für seine Taten gab der Feuerwehrmann vor Gericht persönliche Probleme an. Über diese habe er seinerzeit nicht reden können. «Heute weiss ich, dass man über Probleme reden soll». Ihm sei bewusst, dass er eine Therapie brauche und wolle diese so rasch wie möglich starten.

Bei Scheunen Feuer gelegt

Mit den Brandstiftungen habe er niemandem schaden wollen. Feuer legte der Mann jeweils an Scheunen und leer stehenden Gebäuden. Das Gericht berücksichtigte im Urteil eine verminderte Schuldfähigkeit, das Geständnis des Mannes und erkannte eine echte Reue. «Viel Glück bei der Arbeit an Ihnen selbst», sagte der Gerichtspräsident dem Feuerwehrmann zum Abschied.
Dorf in Angst und Schrecken

Der Staatsanwalt hatte am Prozess eine Freiheitsstrafe von achteinhalb Jahren gefordert. Der Mann habe das Dorf Reconvilier zwei Jahre lang in Angst und Schrecken versetzt, sagte er in seinem Plädoyer am Montag. Das Verschulden des Mannes sei schwer.

«Mein Klient ist krank, er leidet an Pyromanie», sagte hingegen der Verteidiger des Feuerwehrmanns. Eine Freiheitsstrafe von höchstens drei Jahren sei angebracht, die Hälfte davon auf Bewährung.

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