13.03.2016 07:40
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Export
Brasiliens Rindfleischexport gesunken
Brasiliens Rindfleischexporteure haben im vergangenen Jahr weniger Ware ins Ausland verkauft und mussten darüber hinaus spürbare Erlöseinbußen hinnehmen. Nach Angaben des Exportverbandes Abiec ging der internationale Rindfleischabsatz 2015 gegenüber dem Vorjahr um rund 147 000 t oder 9,5 % auf 1,40 Mio t zurück.

Noch größer fiel das Minus bei den Ausfuhrerlösen aus, die mit 5,40 Mrd Euro das Ergebnis von 2014 um 17,2 % verfehlten. Neben der geringeren Liefermenge sorgte auch das schwächere Preisniveau für Umsatzeinbußen: Nahmen die brasilianischen Anbieter für eine exportierte Tonne Rindfleisch 2014 im Schnitt noch 4'220 Euro ein, waren es 2015 mit 3'862 Euro gut 8 % weniger.

Änderungen im Warensortiment waren dafür nicht der Grund, denn der Anteil des frischen und gefrorenen Rindfleischs an der Gesamtausfuhr blieb mit rund 78 % nahezu konstant. Besonders schlecht lief das brasilianische Exportgeschäft 2015 bei den wichtigen Kunden Russland und Venezuela. Laut Abiec haben die wirtschaftlichen Krisen in diesen Ländern zu einer spürbaren Nachfrageschwäche geführt.

Hauptabnehmer bestellte 25% weniger

Die Liefermenge nach Venezuela reduzierte sich um 45,0 % auf 93 300 t,  diejenige nach Russland mit 43,1 % auf 179 100 t fast ebenso stark. Der Hauptabnehmer Hongkong bestellte im vergangenen Jahr mit 297 600 t rund ein Viertel weniger Rindfleisch in Brasilien als 2014, die entsprechenden Exporterlöse gingen sogar um mehr als ein Drittel zurück.

Es kann aber vermutet werden, dass ein Großteil dieses Fleischs wieder direkt nach China geliefert wurde, nachdem das Land im Juli die seit 2012 bestehende Einfuhrsperre wegen eines Falls von Boviner Spongiformer Enzephalopathie (BSE) aufgehoben hatte. Insgesamt konnten 2015 rund 97 600 t Rindfleisch in die Volksrepublik verkauft werden.

Zu den wenigen weiteren Lichtblicken zählte im vergangenen Jahr das Plus bei den Ausfuhren nach Ägypten von 18,2 % auf 195 600 t sowie der um 59,3 % auf 97 500 t gestiegene Absatz im Iran. Unter den Top-10-Destinationen für brasilianische Exporteure befanden sich auch zwei EU-Mitgliedsstaaten: Die nach Italien verkaufte Rindfleischmenge legte gegenüber 2014 um 1,5 % auf gut 34 000 t zu, während die Verkäufe nach Großbritannien um 15,5 % auf 29 200 t abnahmen.

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