20.09.2020 06:01
Quelle: schweizerbauer.ch - Heinz Schürch
Zirkus
Brot lockt Kuh aus der Reserve
Ursus und Nadeschkin treten im Circus Knie mit Circe auf. Mit Brot bringen die Komiker die Kuh in Bewegung.

«Eines liebt Circe, nämlich Brot. Nur schon wenn sie etwas davon sieht, dann tut sie alles dafür», sagt Nadja Sieger, besser bekannt als Nadeschkin vom Komikerduo Ursus und Nadeschkin. 

Vorsicht geboten  

Die Vorliebe ist auch der Grund, wieso Circe dem vermeintlichen Jongleur Urs Wehrli, alias Ursus, während ihres Auftritts in der Knie-Manege nachrennt. Wenn nicht gerade die Kuhszene unter der Zirkuskuppel ansteht, so hat Circe ein schönes Dasein auf dem Gelände. Frisches Gras, ein grosses Gehege und Nadeschkin, die ihre besondere Rennkuh liebevoll betreut.

Circe ist gust, 850 Kilogramm schwer, gehörnt und manchmal auch eigensinnig. «Wenn Circe stierig-bockig ist, dann muss ich aufpassen und sie besonders beschäftigen mit Bewegung, sonst wird sie ungemütlich», sagt Nadeschkin. Dies und viel Weiteres lernte die Komikerin kennen, bevor überhaupt der Circus Knie im Frühling starten wollte. «Während der Tage zwischen Weihnachten und Neujahr war ich täglich bei ihr, und ich fing an, mit ihr zu arbeiten, sie an mich zu gewöhnen», sagt Nadeschkin. Hierzu reiste sie zu Besitzer Bruno Isliker vom Reitstall Isliker in Seen bei Winterthur ZH.

Reiten braucht Übung

Circe könnte sogar über Hürden springen oder während einer Szene knien. Doch das wollten Urs und Nadja nicht, denn: «Nadeschkin, die Bühnenfigur, ist davon überzeugt, dass Circe einfach eine grosse und berühmte Rennkuh ist», sagt Nadeschkin und lacht. «Es ist übrigens gar nicht so einfach, eine Kuh zu reiten, es braucht viel Übung, und man muss immer auch damit rechnen, dass sie unverhofft stehen bleibt oder einknickt. »

Für Circe wollen die beiden Komiker nur das Beste. «Um sie bei guter Laune zu halten, möchte ich mit ihr regelmässig ausreiten. Je nach Standort des Zirkus ist das manchmal schwierig. Heikel wirds nämlich, wenn Circe auf einem Kiesweg laufen muss. Das tut sie nicht, Circe ist deshalb auch schon mitten in einem Wohnquartier stehen geblieben, und wir mussten einen zusätzlichen Bogen reiten», sagt Nadeschkin.

Bern bis 27. September

Auf einer Route mit Aufenthalten in zehn Schweizer Städten ist der Circus Knie noch bis im Dezember unterwegs. In Bern wurde das Gastspiel bis zum 27. September verlängert.

Bis dann geniesst Circe, wenn sie nicht gerade ihren grossen Auftritt hat, die Weitsicht auf die Berner Allmend und kaut genüsslich frisches Gras auf ihrem grossen Freigelände, das sie sich abgetrennt mit Kamelen teilt. Das frische Futter liefern übrigens jeweils einheimische Landwirte vor Ort, wie auch für die anderen Zirkustiere, die während der Tournee dabei sind.

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