11.11.2015 15:51
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Energie
Bund senkt Vergütungssätze für Solaranlagen weiter
Die Betreiber von Solaranlagen sollen künftig weniger Fördergelder erhalten. Trotz Kritik der Solarbranche senkt der Bundesrat die Vergütungssätze für neue Photovoltaikanlagen kommendes Jahr erneut. Er reagiert damit auf die gefallenen Marktpreise.

Die Sätze der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) für Photovoltaik-Anlagen werden in zwei Schritten gesenkt, per 1. April und per 1. Oktober 2016, wie das Bundesamt für Energie (BFE) am Mittwoch mitteilte. Je nach Anlagengrösse liegen die Sätze ab Oktober 2016 zwischen 7 und 14 Prozent unter jenen des laufenden Jahres.

Massgebend ist jeweils das Datum der Inbetriebnahme.
Bereits dieses Jahr hatte der Bund die KEV-Sätze für Solaranlagen in zwei Schritten gesenkt. Die erneute Kürzung begründet der Bundesrat damit, dass die Preise auf dem Photovoltaik-Markt weiter gefallen sind. Die neuen Vergütungssätze sollen mindestens bis März 2017 Bestand haben.

Kritik von beiden Seiten

Die Solarbranche und ihre Sympathisanten hatten sich in der Anhörung gegen die erneute Senkung der KEV-Sätze gewehrt. Sie befürchteten einen Ausfall von kleinen Solar-Projekten und einen Rückschlag für die Energiewende.

Wirtschaftsnahe Organisationen hingegen bezeichneten die vorgesehene Vergütung als weiterhin zu hoch. Ihnen kam der Bundesrat nach der Anhörung einen kleinen Schritt entgegen: Statt einer Senkung von 7 bis 13 Prozent beschloss er nun eine von 7 bis 14 Prozent.

Bund empfiehlt Einmalvergütung

Keine Änderungen gibt es bis März 2017 bei den Einmalvergütungen für kleine Photovoltaik-Anlagen bis 30 Kilowatt. Wegen der langen KEV-Warteliste empfiehlt der Bund jenen, die eine kleinere Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von bis zu 30 Kilowatt planen, anstelle der KEV die Einmalvergütung zu wählen.

Diese deckt rund ein Drittel der Baukosten ab und wird in der Regel wenige Monate nach Inbetriebnahme der Anlage und der Einreichung der vollständigen Unterlagen bei der Swissgrid AG ausbezahlt. Wer sich für die KEV entscheidet, muss sich auf eine jahrelange Wartezeit einstellen - auf der KEV-Warteliste für Photovoltaik sind derzeit rund 34'000 Projekte.

Die Vergütungssätze der anderen Technologien wie Biomasse oder Geothermie bleiben vorerst unverändert. Sie werden aber derzeit überprüft und zu einem späteren Zeitpunkt angepasst, wie das EFD mitteilte. Die Senkung der KEV-Sätze hat der Bundesrat in einer Revision der Energieverordnung festgelegt, die per 1. Januar 2016 in Kraft tritt. In diesem Rahmen beschloss der Bundesrat laut EFD auch Änderungen zu allgemeinen Vollzugsfragen sowie Präzisierungen zur KEV.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE