23.02.2016 15:02
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Detailhandel
Coop verliert an Umsatz
Der Detailhändler Coop hat im vergangenen Jahr nicht nur weniger Umsatz, sondern auch deutlich weniger Gewinn gemacht. Der starke Franken sowie der Druck auf die Preise machen Coop zu schaffen. Zudem hat Coop ausserordentliche Gelder an die Pensionskasse gezahlt.

Der starke Franken und der Druck auf die Preise haben bei Coop nicht nur den Umsatz, sondern auch den Gewinn schrumpfen lassen. Unter dem Strich blieben dem Grosshandelskonzern für das vergangene Jahr 416 Mio. Franken. Das sind 11,5 Prozent weniger als 2014.

Mit ein Grund für den Gewinnrückgang war indes eine Rückstellung von 60 Mio. Fr. für die Pensionskasse, wie Coop-Chef Joos Sutter am Dienstag vor den Medien sagte. Mit dem Ergebnis zeigte sich der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Nummer 2 im Schweizer Detailhandel insgesamt zufrieden.

Coop habe sich 2015 in dem vom Frankenschock geprägten Jahr von seiner «robusten Seite» gezeigt, zog Sutter Bilanz. Er sieht das Unternehmen für die Zukunft gut gerüstet, nicht zuletzt dank den flüssigen Mitteln von rund 1,1 Mrd. Franken. Das verschaffe Coop Handlungsspielraum.

Für 2016 wieder mehr Umsatz erwartet

Der Einkaufstourismus und Preissenkungen werden auch dieses Jahr ein Thema bleiben, ist Sutter überzeugt. Er rechnet jedoch dank der leichten Abschwächung des Frankens für 2016 mit einem höheren Umsatz und einem Gewinn auf Vorjahresniveau.

Der Gesamtumsatz der Coop-Gruppe belief sich letztes Jahr auf 26,9 Mrd. Franken, wie der Konzern schon Anfang Januar bekannt gegeben hatte. Das entspricht nominal einem Minus von 4,4 Prozent. Ohne Währungseffekte und Preissenkungen hätte dagegen ein Plus 1,4 Prozent resultiert.

Der Löwenanteil des Umsatzes entfiel dabei mit 17,3 Mrd. Fr. auf den Detailhandel, der nominal um 2,6 Prozent schrumpfte. Massiv tiefere Preise für Benzin und Heizöl sowie Preissenkungen belasteten Coop mit rund 600 Mio. Fr. wie Sutter sagte.
Verbilligt wurden letztes Jahr rund 16'000 Artikel. Weiterhin will Coop mit Parallelimporten gezielt Druck auf ausländische Zulieferer machen.

Die harten Zeiten im Detailhandel widerspiegeln sich auch bei den Margen. Während die EBIT-Marge der gesamte Gruppe von 3,0 auf 2,8 Prozent schrumpfte, sank sie im Detailhandel gar von 3,3 auf 2,9 Prozent. Im Segment Grosshandel/Produktion konnte Coop dagegen einen Anstieg von 2,2 auf 2,7 Prozent verbuchen.

In diesem Segment verbuchte Coop einen Umsatz von 10,6 Mrd. Franken, was einem Rückgang von 5,6 Prozent entspricht, währungsbereinigt aber einem Plus von 3,8 Prozent. Zufrieden ist Sutter namentlich mit der Transgourmet-Gruppe, die inzwischen in sieben Ländern im Belieferungsgrosshandel tätig ist und über 124 Cash&Carry-Märkte verfügt.

Transgourmet als europäische Nummer 2 in ihrem Bereich brachte es auf einen Umsatz von 7,5 Mrd. Franken. Die Gruppe sei letztes Jahr in allen Ländern profitabel gewesen, sagte Sutter. 2,8 Mrd. Fr. steuerte zudem der Fleisch- und Lebensmittelverarbeiter Bell zum Umsatz bei.

Mehr Stellen, weniger Angestellte

Die Zahl der Arbeitsplätze in der Coop-Gruppe hat im letzten Jahr trotz rückläufigem Umsatz und Gewinn vorab akquisitionsbedingt um 2,7 Prozent auf 67'877 Vollzeitstellen zugenommen. Allein bei Transgourmet kamen 898 Stellen hinzu.

Im Schweizer Detailhandel mit zahlreichen Teilzeitbeschäftigten wurde demgegenüber ein Zuwachs um nur gerade 0,3 Prozent auf 36'497 Stellen registriert. Dagegen sank die Zahl der Angestellten um 0,9 Prozent auf 45'998. Die Investitionen von Coop beliefen sich 2015 auf rund 1,5 Mrd. Franken. Das sind 246 Mio. Fr. mehr als im Vorjahr.

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