6.03.2020 16:45
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Gesundheit
Coronavirus: Schutz von Älteren
Der Bundesrat gab weitere Empfehlungen für die Bevölkerung und die Arbeitswelt ab. Im Zentrum steht der Schutz von Älteren und Kranken.

Neu empfiehlt der Bundesrat, Besuche in Alters- und Pflegeheimen und Spitälern zu vermeiden. Sei ein Besuch nötig, soll man sich ans Pflegepersonal wenden und dessen Empfehlungen zu befolgen.

Auch für das Benutzen von Zug, Tram und Bus gibt es konkrete Empfehlungen: Reisen in Stosszeiten sollen wenn möglich vermieden und Freizeit-Fahrten reduziert werden. In Verkehrsmitteln sowie an Bahnhöfen und Haltestellen sollen die Menschen Abstand halten. Wer Symptome einer Atemwegserkrankung hat, soll auf den ÖV verzichten.

Möglichst nicht zu Stosszeiten

Auch Arbeitgeber sollen Angestellte darauf hinweisen, öffentliche Verkehrsmitteln zu Stosszeiten möglichst zu meiden und Arbeitszeiten entsprechend flexibel gestalten. Damit Arztpraxen und Spitäler nicht überlastet werden, sollen Arbeitgeber im Krankheitsfall Arztzeugnisse frühestens ab dem fünften Abwesenheitstag verlangen.

Distanz ist auch am Arbeitsplatz gefordert, etwa mit Home Office oder Telearbeit sowie Anpassungen von Arbeitszeiten oder räumlichen Anpassungen in den Büros. Von Schutzmasken wird - ausser etwa in Gesundheitseinrichtungen - ausdrücklich abgeraten. Empfohlen werden hingegen die persönlichen Hygienemassnahmen.

Übertragungsketten eruieren

Der Bundesrat kündigte am Freitag einen Strategiewechsel für die Bekämpfung der Epidemie an: Er will zwar «so lange wie möglich» weiterhin Infizierte frühzeitig ausfindig machen und behandeln und Übertragungsketten eruieren und unterbrechen. Gleichzeitig will er aber mit den neuen Empfehlungen eine grössere Ausbreitung des Sars-CoV-2-Virus verhindern oder verlangsamen, zum Schutz der besonders gefährdeten Menschen.

Schwere Erkrankungen, Todesfälle und auch eine Überlastung des Gesundheitssystems will der Bundesrat verhindern. Seine neuen Empfehlungen hätten «Auswirkungen auf die Arbeitswelt sowie auf das öffentliche Leben in der Schweiz», heisst es im Communiqué.

Grossanlässe verboten

Ob das vergangene Woche erlassene Verbot von Grossveranstaltungen über 1000 Personen über den 15. März hinaus gilt, entscheidet der Bundesrat voraussichtlich nächsten Freitag, wie er schreibt. Auch über weitere Begleitnahmen will er dann entscheiden.

Wird das Verbot verlängert, prüft das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF in Absprache mit dem Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) bis am 20. März Begleitmassnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen.

Zusätzlich prüft der Bundesrat einen möglichen Ausgleich von allfälligen Härtefällen. Das Wirtschaftsdepartement WBF führe auf verschiedenen Ebenen Gespräche mit Vertretern der Kantone, der Wirtschaft und der Sozialpartner.

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