12.12.2013 17:20
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/dpa
Gesundheit
Creutzfeldt-Jakob: Ansteckung womöglich durch Blut
Tödlich und unheilbar: Die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD) gilt als schreckliches Leiden. Jetzt gibt es Hinweise darauf, dass auch eine Ansteckung zwischen Menschen über Blut- und Blutprodukte möglich sein könnte.

Ein Team aus Wissenschaftlern aus Deutschland, Frankreich und Spanien konnte erstmals zeigen, dass es auch im Blut Erreger geben muss. In Experimenten mit Proben von CJD-Patienten gelang es den Forschern, die Erkrankung auf Mäuse zu übertragen, wie aus der im US-Fachblatt «Emerging Infectious Diseases» erschienenen Studie hervorgeht. 

Bei Hirnoperationen übertragen

Dies deutet darauf hin, dass die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit theoretisch auch zwischen Menschen durch Blut weitergegeben werden könnte. «Bisher hat keine der epidemiologischen Studien einen Zusammenhang nachweisen können. Allerdings muss man den Befund jetzt ernst nehmen und genau klären, wo und wann die Infektiösität im Blut auftritt», erklärte die an den Forschungen beteiligte Neurologin Inga Zerr aus Göttingen. Den Erreger an sich habe man im Blut bislang nicht nachgewiesen.

Bislang galt lediglich als sicher, dass die CJD (englisch für Creutzfeldt-Jakob-Disease) beispielsweise durch verunreinigte Instrumente bei Hirnoperationen oder durch Wachstumshormone, die aus menschlichen Hirndrüsen hergestellt wurden, übertragen werden kann.

Erreger ist ein krankhaft verändertes Eiweiss

Bei der klassischen Form der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit löst sich das Gehirn schwammartig auf. Das unheilbare Leiden äussert sich zunächst durch Gedächtnisstörungen, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit. Es führt danach zu fortschreitendem Gedächtnis-Verlust und schliesslich zum Tod. Der Krankheitserreger ist ein krankhaft verändertes Eiweiss (Prion).

In der Schweiz treten nach Angaben des Bundesamts für Gesundheit (BAG) jährlich rund 10 bis 15 Fälle auf. Die meisten davon sind sogenannte sporadische CJD-Fälle, die jetzt auch im Mittelpunkt der Forschungen standen. 

Eine neue Variante der Krankheit (vCJD) trat Mitte der 90-er Jahre mit der Rinderseuche BSE auf. Nach Einschätzung von Experten infizierten sich Patienten höchstwahrscheinlich durch Nahrungsmittel, die BSE-Erreger enthielten. Bislang wurde laut BAG in der Schweiz noch kein Fall von vCJD verzeichnet.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE