2.09.2020 06:33
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE/mge
Deutschland
D: Wolf soll ins Jagdrecht
In Deutschland wird die Forderung laut, dass der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen werden soll. Es müsse Rechtssicherheit für die Jäger geschaffen werden, und eine klare Regulierungsvorgabe erarbeitet werden.

Die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht hat die CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag gefordert. „Wir dürfen nicht riskieren, dass eine wertvolle Kulturlandschaft in Zukunft nicht mehr gepflegt werden kann, weil es keine Schäfer mit ihren Schafen mehr gibt“, erklärte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Martin Bäumer am vergangenen Mittwoch in Hannover.

Einzelne Tiere unkompliziert schiessen

Der Wolfsbestand müsse dringend reguliert werden. Der CDU-Landtagsabgeordnete Jörn Schepelmann ergänzte, es müssten Rechtssicherheit für die Jäger hergestellt und eine klare Regulierungsvorgabe erarbeitet werden. Wenn der Wolf schwere Schäden anrichte, müsse es möglich sein, einzelne Tiere unkompliziert zu schiessen.

Keine Weideprämie

Unterdessen gab es weitere Kritik an der kürzlich gefallenen Entscheidung des Bundeslandwirtschaftsministeriums, auch im kommenden Jahr keine Weidetierprämie einzuführen. Der agrarpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Friedrich Ostendorff, warf Ressortchefin Julia Klöckner vor, die Tierhalter mit dieser Entscheidung im „Regen stehen“ zu lassen und zugleich die Chance zu verpassen, Landwirtschaft und Gesellschaft wieder aneinander heranzuführen.

Die Kuh auf der Weide müsse gefördert werden, weil sie dem gesellschaftlichen Idealbild einer artgerechten Tierhaltung entspreche und darüber hinaus einen Beitrag zum Artenschutz leiste. Dennoch habe Klöckner die Frist zur Anmeldung von gekoppelten Zahlungen für Weidetiere bei der Europäischen Union ungenutzt verstreichen lassen.

"Unterlassene Hilfeleistung"

Die Bundesregierung begründete ihre Absage an eine Weidetierprämie in der vorvergangenen Woche damit, dass auf Basis der geltenden EU-Vorschriften die Einführung gekoppelter Direktzahlungen wie der Weideprämie für das Jahr 2021 nicht mehr möglich sei, da es keinen entsprechenden Beschluss durch Änderung des Direktzahlungen-Durchführungsgesetzes gebe. Die agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Dr. Kirsten Tackmann, hatte die Bundesregierung daraufhin scharf angegriffen und ihr mit Blick auf die sehr schwierige Lage der Betroffenen „unterlassene Hilfsleistung“ vorgeworfen.

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