29.10.2018 13:36
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wetter
Dauerregen: Behörden alarmiert
Intensive Niederschläge mit stürmischen Winden: Der Wetterumschwung hat vor allem die Alpensüdseite sowie das Wallis und Graubünden am heftigsten getroffen. Verschiedene Strassen sind gesperrt, die Zuglinie zwischen Andermatt UR und Tschamut-Selva GR ist unterbrochen.

Gemäss aktuellstem Naturgefahrenbulletin des Bundes besteht im Tessin, Wallis und Graubünden die grösste Gefahr von Hochwasser und Murgängen. Die Regen- und Schneefälle auf der Alpensüdseite und den nördlich angrenzenden Regionen halten demnach bis am Dienstagmittag an. Der Schwerpunkt verlagert sich ins südöstliche Wallis.

Über den Alpen und im Süden werden zudem stürmische Südwinde erwartet. Die Pegel der Maggia, des Ticino, des Langen- und Luganersees steigen in die Gefahrenstufe zwei von fünf. Auch im Simplongebiet muss mit Hochwasser gerechnet werden.

Gefahr von Murgängen


Im Zeitraum von Samstagmitternacht bis am Montagmorgen sind im westlichen Tessin bereits bis zu 250 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, auf der übrigen Alpensüdseite, im Oberengadin, im Simplongebiet und im Oberwallis bis zu 170 Liter. Im Bündnerland wurden oberhalb von rund 1400 Metern lokal ab 50 Zentimeter Neuschnee gemessen.

Der Regen hat die Böden mit Wasser gesättigt. Der Bund warnt deshalb vor spontanen Hangrutschungen und Steinschlägen. «Es ist bei intensiven Gewitterniederschlägen mit erhöhter Aktivität zu rechnen.» Insbesondere die Walliser Behörden sind alarmiert. In 35 Gemeinden ist die Bevölkerung zu besonderer Vorsicht augerufen, wie das Amt für Bevölkerungsschutz auf Anfrage der Agentur Keystone-SDA sagte. Lokal könnten in den nächsten Stunden auch Evakuierungen nötig werden.

Prekäre Strassenverhältnisse

Mindestens bis Betriebsschluss Montagnacht gesperrt bleibt die Bahnstrecke zwischen Tschamut-Selva und Andermatt. Laut der Matterhorn Gotthard Bahn ist wegen des starken Schneefalls keine Ersatzbeförderung möglich.

In weiteren vom Dauerregen betroffenen Gebieten sind Strassen wegen Lawinen- oder Steinschlaggefahr gesperrt. Alleine die Bündner Polizei rückte seit dem Wochenende 36 Mal zu Verkehrsunfällen aus. Der Wintereinbruch forderte auch die Schneeräumungsequipen stark. Sie hatten alle Hände voll zu tun auch mit dem Wegräumen der vielen auf die Strassen gefallenen Äste und der umgestürzten Bäume. Acht Passstrassen mussten laut Polizei vorübergehend geschlossen werden.

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