29.07.2014 07:33
Quelle: schweizerbauer.ch - jgr/blu/sda
Unwetter
Dauerregen hält Schweiz in Atem
Im Napfgebiet ist in der Nacht auf Dienstag einmal mehr am meisten Niederschlag gefallen. In der Region leisteten die Feuerwehren rund 150 Einsätze. Der Regen sorgte aber auch in anderen Teilen der Schweiz für Strassen- und Schienenstörungen. .

Vom Südtessin über die Alpen bis ins Wallis fielen in den letzten 24 Stunden zwischen 30 und 60 Millimeter Niederschlag. Einen Spitzenwert gab es in Giswil OW mit 70 Millimetern. «Hotspot war einmal mehr das Napfgebiet», hiess es bei MeteoSchweiz auf Anfrage.

LU: Ferkel ertrunken

Im ganzen Kanton Luzern haben sich am Montagabend kräftige Gewitter entladen. Zahlreiche Bäche traten über die Ufer und richteten massiven Sachschaden in Kellern und Gebäuden an, schreibt die Kantonspolizei Luzern in einer Medienmitteilung. Weit über 150 Schadensmeldungen gingen bei der Polizei ein. Die meisten kamen aus Schüpfheim, Menznau und Nottwil.

In Schüpfheim seien Bäche über die Ufer getreten, so Patrik Hodel, Kommandant der Feuerwehr Schüpfheim. Das Wasser habe ein Quartier, einige Keller und Tiefgaragen überflutet. Personen seien keine verletzt worden, erklärt Hodel am Dienstagmorgen. Auch in Nottwil, wo es innert einer Stunde 40 Millimeter geregnet hat, gab es zum Glück keine Verletzten. Jedoch kamen Tiere in den Fluten um. «Ein überlaufener Bach überschwemmte einen  Schweinestall», sagt Toni Hüsler, Kommandant der Feuerwehr Nottwil. Dabei seien rund 30 Ferkel und Jager ums Leben gekommen. Insgesamt waren im Kanton Luzern 22 Feuerwehren im Einsatz

SG: Altstätten überflutet

In der Ostschweiz war die Region Bodensee - Rheintal von den Regenfällen am stärksten betroffen, wie die Kantonspolizei St. Gallen am Morgen mitteilte. Rund 130 Mal mussten die Feuerwehren ausrücken. Allein in Altstätten standen die Helfer in 86 Fällen im Einsatz. Schlamm und Geröll lag auf den Strassen, Keller und Tiefgaragen wurden überflutet.

In den Zentren von Berneck und Altstätten müsse weiterhin mit Verkehrsbehinderungen gerechnet werden. Die Strecke Altstätten - Trogen (Ruppen) ist wegen der Gefahr von Erdrutschen gesperrt.

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Stromausfälle im Emmental

Starker Regen fiel erneut auch im Emmental. Die am Donnerstag von einem Unwetter verwüsteten Ortschaften Schangnau und Bumbach hätten eine vergleichsweise ruhige Nacht erlebt, sagte der Informationschef des Führungsstabes Emmental, Georges Wüthrich. Das Problem seien die aufgeweichten Hänge.

Im Oberen Emmental hingegen seien in der Nacht alle Feuerwehren im Einsatz gewesen. Zwar habe der Hornbachgraben bei Sumiswald Hochwasser geführt und auf einzelnen Höfen sei der Strom zeitweise ausgefallen. Doch alle Personen hätten kontaktiert werden können.


AG: Angespannte, aber ruhige Nacht

Eine angespannte, aber ruhige Regennacht verbrachte der Kanton Aargau. Einzig die Wigger schwoll bei Zofingen kurzzeitig von 5 auf 120 Kubikmeter an, worauf die Feuerwehr zu einer Lagebeurteilung ausrückte. Schäden gab es keine. «Sämtliche Abflüsse haben die prognostizieren Werte nicht erreicht, die Berner haben gut reguliert», hiess es beim Kantonalen Führungsstab auf Anfrage. Auf Hochwassersperren beim Rhein in Wallbach werde verzichtet.

Zwar beruhigt sich die Lage an der Regenfront im Laufe des Vormittags, wenn auch in Richtung Ostschweiz noch mit Niederschlag zu rechnen ist. Doch bereits ab Mittwochmittag fallen laut MeteoSchweiz besonders auf der Alpennordseite wieder 20 bis 40 Millimetern Niederschlag.

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