14.11.2013 14:37
Quelle: schweizerbauer.ch - Pamela Fehrenbach
Landfrauenküche
Die Kräuterküche hat alle überzeugt
Sie ist Bäuerin, Kräuterfachfrau, fünffache Mutter. Und seit Samstag ist Romana Zumbühl auch noch «Landfrau 2013». Die Siegerin der Sendung Landfrauenküche ist von der positiven Wirkung von Kräutern überzeugt.

Der idyllisch gelegene «Brunnmatthof» von Romana und Walter Zumbühl ist ein Bio-Knospe-Betrieb mit Schweinezucht und -mast, Ackerbau und ein paar Mutterkühen. Doch der Hof ist noch viel mehr. Der Brunnmatthof ist Ausbildungsplatz: Walter Zumbühl bildet Lehrlinge aus. Der Bauernhof ist zudem Seminarort, Kräuter- und Kochschule. Ein vielfältiger Betrieb mit vielen Gesichtern und Facetten. Wie die Kräuterküche der Bäuerin.

Kräutergarten

Über 300 Heilkräuter dürfen «im Familienverband» in verschiedenen Gärten von Romana Zumbühl gedeihen. Ob Salben bei Bronchitis oder bei Quetschungen und Prellungen, Zugöle und andere Zubereitungen, die Kräuterfachfrau  weiss aus Erfahrung: «Gegen fast jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen.» Ihr Wissen gibt sie in rund 60 Kursen pro Jahr weiter. Frische Kräuter sind bei ihr auch in der Küche nicht wegzudenken. «Frische Kost aus dem Garten hat mich schon ein Leben lang begleitet», sagt Romana Zumbühl, die aus einer Bauernfamilie stammt. Diese Frische kommt auch auf den Tisch. 


Siegerrezept: Schweinsbraten mit Kräutern


Zutaten: 1,4 kg Schweinsnierstückbraten. Für die Füllung: 2 EL Fenchelsamen, 2 bis 4 Knoblauchzehen, fein geschnitten; 5 Zweige Rosmarin, Nadeln, fein geschnitten; 150g Dörrtomaten; 10 Tranchen Coppa; Gewürze. Für die Brennnesselpanade: 1 kleine Zwiebel, geschnitten, 3 EL Paniermehl, 1 Handvoll Brennnesselsamen, Olivenöl. Für die Sauce: 1 kleine Zwiebel, geschnitten; 1 Rüebli, geschnitten;  Sellerie, geschnitten; 2 EL Tomatenpüree; 3 dl Portwein; 3 Zweige Rosmarin.

Zubereitung: 1. Für den Braten erst die Füllung herstellen. Dazu Fenchelsamen leicht anrösten. Coppa, getrocknete Tomaten, Rosmarinnadeln und Knoblauchzehen fein schneiden. Alles gut mischen. Beiseitestellen. Den Braten in der Mitte mit einem Messerstahl durchstechen. Mit einem Apfelstecher (oder einem Löffel) Füllung hineingeben. Das Ende des Nierstücks mit einem Zahnstocher verschliessen. Fleisch würzen und beidseitig kurz anbraten.  2. Für die Panade Zwiebel fein schneiden und im Olivenöl andünsten, Paniermehl und Brennnesselsamen beigeben, alles gut vermischen. 3. Die Panade auf die Oberseite des Fleisches streichen. Nierstück bei 75 bis 80 Grad ca. 3  Stunden im Ofen garen, bis es eine Kerntemperatur von 63 Grad erreicht hat. 4. Für die Sauce nun Zwiebel, Karotten und Sellerie mit etwas Öl anrösten. Dann das Tomatenpüree beigeben und ebenfalls mitrösten. Mit Portwein ablöschen und die Sauce etwas reduzieren lassen. Danach noch drei Zweige fein geschnittene Rosmarinnadeln mitköcheln, Sauce vor dem Servieren durch ein Sieb passieren. pam


Familientisch ist wichtig

«Saisonale, regionale und frische Kost ist mein Leitsatz.» Und natürlich mit frischen Kräutern gewürzt. «Es ist schade, dass das Wissen um die Verwendung der Kräuter aufgrund der vielfach verwendeten industriellen Würzmischungen in Vergessenheit geraten ist», sagt sie. Mit ihren Kochkünsten, die sie mit verschiedenen Referenten in Kursen weitergibt, tut sie viel dagegen. «Kräuter sind ja nicht nur Gewürze, sondern haben  einen Nutzen für unser Wohlbefinden», sagt sie. Wie etwa Fenchel, Kümmel und Wacholder das Sauerkraut leichter verdaulich machen. 

Die Bäuerin setzt sich auch für den Familientisch ein. «Er ist ein wichtiges Fundament im Leben. Er sollte mit echter, frischer Nahrung bestückt sein.» Obwohl ihr Betrieb reich an verschiedenen Aufgaben ist, finden Romana und Walter Zumbühl immer wieder Zeit für Musse und Erholung. «Das ist auch Einstellungssache», ist die Bäuerin überzeugt. «Wir in der Landwirtschaft haben so viel, worüber wir uns täglich freuen können, wenn wir uns dem Positiven, dem Schönen nicht verschliessen.»

Landfrauenküche

Das Mitmachen bei der Sendung Landfrauenküche des Schweizer Fernsehen SRF spukte schon lange im Hinterkopf der Bäuerin. Mit den vielen schönen Bildern und den sorgfältig gemachten Porträts der Landfrauen werden die Herzen der Schweizer Bevölkerung berührt. Kein Wunder also, wurde die Anmeldung von allen Familienmitgliedern voll unterstützt. 

Die Drehwoche, aber natürlich auch die Besuche bei den anderen Landfrauen seien eine Bereicherung und ein sehr schönes Erlebnis gewesen.  Dass sie mit ihrem Menu die höchste Punktzahl erhalten hat, freut die Bäuerin sehr. Noch mehr jedoch, dass sie deshalb nun bald mit ihrem Mann nach London reisen kann – und Starkoch Anton Mosimann fünf Tage lang über die Schulter schauen kann.


Betriebsspiegel

Hauptbetriebszweig: Biosuisse-Knospe-Betrieb; 18 ha Ackerfläche (Weizen, Dinkel, Gerste, Futtererbsen, Mais und Raps, 5 ha Grasland, 3 ha Wald. Tiere: 65 Mutterschweine mit Ferkeln, 200 Mastschweine, 6 Mutterkühe mit Kälbern, 2 Esel, 1 Hund und 5 Katzen. Weitere Betriebszweige: Direktvermarktung ab Hof: Dinkelmehl, Dinkelgriess, Rapsöl, Kräuterprodukte, Schweinefleisch. Seminarhaus und Kräuterstube: Firmenevents, Klausurtage, Seminare für Persönlichkeitsentwicklung. Kräuter und Heilpflanzenkurse, Wildkräuterkochkurse.
Menschen, die auf dem Brunnmatthof leben und arbeiten: 2 Lehrlinge: Reto, 1. Lehrjahr, Kathrin in Zweitausbildung, 3. Lehrjahr. Walter Zumbühl, dipl. Meisterlandwirt. Romana Zumbühl, dipl. Bäuerin, Ausbildungen in der Heilpflanzenkunde, Frauenheilkunde, Kinderheilkunde, Aromatherapie. Kinder: Stefanie in der Ausbildung zur Naturheilpraktikerin (Lehre KV). Severin, Polymechaniker. Julia, Koch. Samuel, in Ausbildung zum Drogisten. Simona, in Ausbildung zur Servicefachangestellten. pam

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