6.08.2018 06:34
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
USA
Die surfenden Hunde
Auf die Welle, fertig, Wuff: Surfwettbewerbe mit Hunden haben im Sommer in den USA Hochsaison. Bei den «World Dog Surfing Championships» nahe San Francisco war ein kleiner Mops der «Top Dog».

Derby hat den echten Surfer-Look: Sonnenbrille, durchtrainierter Körper, nasse blonde Locken, am Scheitel lila eingefärbt. In seiner Gewichtsklasse - «gross» - kann er sich jetzt auch noch mit einer Goldmedaille im Wellenreiten schmücken.

Richtung Strand balancieren

Stolz ist vor allem sein Besitzer. Derby ist ein surfender Goldendoodle, der bei den «World Dog Surfing Championships» im kalifornischen Pacifica am Samstag mit gut drei Dutzend Vierbeinern um Trophäen und Hunde-Leckerbissen wetteiferte. Der kalte Sommernebel und die eisigen Wassertemperaturen an dem Strand südlich von San Francisco konnten das tierische Spektakel nicht trüben. Von kleinen Möpsen bis zu stattlichen Retrievern stürzten sich unerschrockene Vierbeiner in die Brandung. 

Von wegen Tennisbälle und Frisbees - ein Surfbrett mit pfotengerechter Schaumstoffauflage und hohe Wellen sind doch viel aufregender. Die Regeln beim Hunde-Surfen sind einfach: Jeder Teilnehmer muss eine Schwimmweste tragen, Frauchen und Herrchen schwimmen mit raus und stossen das Surfbrett an. Der Vierbeiner muss dann nur noch in Richtung Strand balancieren.

Hundeleckerli wichtiger als Medaille

Gidget macht das auf ihren krummen, stämmigen Mopsbeinen erstklassig. «Sie ist klein aber mächtig stabil», strahlt Alecia Nelson. Die Kalifornierin aus San Diego hat allen Grund zur Freude. Gidget räumte am Samstag gleich drei Medaillen ab: Silber für eine Tandemfahrt mit dem weiss gelockten Prince Dudeman, Gold in der Sparte «Kleiner Hund» - und den ersten Preis als «Top Dog», wo alle Grössen gegeneinander antreten.

Selbst das dickste Mopsfett nutzt nach der langen Surf-Session nichts. Gidget zittert, eingepackt in rosa Frottee mit weissen Punkten. «Jetzt will sie nur noch eine heisse Dusche und Fressen», meint Frauchen - und setzt noch schnell hinterher: «Doch sie liebt es zu schwimmen». Zudem würden die Wettbewerbe einem guten Zweck dienen. Ein Teil der Gebühren und Werbeeinnahmen geht an Tierschutz-Einrichtungen, betonen die Veranstalter. Preisgeld gibt es für Gidget und Derby nicht, dafür aber Hundeleckerli, glänzende Medaillen und einen ordentlichen Prestigegewinn.

Star der Szene angeschlagen

Abbie ist schon eine kleine Berühmtheit. Die Australian-Kelpie-Dame ist buchstäblich der Spitzenreiter unter den surfenden Vierbeinern. In elf Wellenreiter-Jahren hat sie unzählige Titel gewonnen, den Guinness-Rekord für den längsten Wellenritt aufgestellt (60 Meter), Werbefilme gedreht und sogar schon in einem Spielfilm gesurft.

Am Samstag musste sie sich allerdings mit Bronze in ihren Grössensparte «mittelgross» begnügen. Mit einem gebrochenen Zeh war Herrchen Michael Uy nicht in Bestform. «Hauptsache wir haben Spass», sagt der passionierte Surfer, der Abbie als Welpe aus dem Tierheim adoptierte.

Aussehen spielt keine Rolle

Spass hatten vor allem auch die Schaulustigen am Strand. Geboten wurden Tricks und Verrenkungen, gewollt oder versehentlich, wie rückwärts Surfen und weit heraushängende Zungen. Die über zehnjährige Golden-Retriever-Dame Kalani surfte im blumigen Hawaii-Outfit, Gisele im schwarzen Gummianzug mit pinkem Streifen und der Aufschrift «Surfer Girl». Die weisse Haarpracht des Bichon Frisé-Mischlings Prince Dudeman löste sich rasch in klägliche Strähnen auf.

Das Aussehen alleine zählte nicht. «Wir schauen auf die Höhe der Welle, wie lange die Hunde auf dem Brett stehen, ob sie selbstsicher wirken und Tricks können», erklärt die Jurorin Charly Kayle. «Und vor allem, ob sie Spass daran haben.»

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