Mittwoch, 17. August 2022
08.09.2017 19:33
Bern/Freiburg

Diskussion um Mega-Treibhaus

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Die Genossenschaft Gemüseerzeuger Seeland (GES), eine Vereinigung von rund 85 Landwirten will ein riesiges Gewächshaus errichten. Das Projekt heisst «Energiebündel Seeland». Der genaue Standort steht noch nicht fest. Hierfür sieht die GES zwei mögliche Varianten im Grenzbereich der Kantone Bern und Freiburg vor. Das geplante Mega-Treibhaus stösst aber nicht nur auf Begeisterung.

80 Hektaren würden die Gewächshäuser in Anspruch nehmen. Ergänzt würden diese zudem mit Nebengebäuden für Verarbeitung und Logistik auf 20 Hektaren. Ein Gebiet zwischen Müntschemir und Ins im Berner Seeland und Sugiez auf der Freiburger Seite kämen als mögliche Standorte in Frage.

Freiburg positiv gestimmt

Die ersten Reaktionen aus Freiburg seien positiv, wie Sam Zurbrügg, Geschäftsführer der Gemüseerzeuger Seeland gegenüber den Freiburger Nachrichten sagt. Überraschend positiv äussert sich die grüne Freiburger Staatsrätin Marie Garnier.

Sie unterstützt das Treibhausprojekt aktiv. Die ausgebildete Agronomin ist überzeigt, dass mit einem solchen Gewächshaus Ressourcen geschont würden. Ausserdem sieht sie darin folgende Vorteile: «In Treibhäusern werden weniger Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Zudem könnten mit dem Projekt Arbeitsplätze und damit die Existenz vieler Bauernfamilien im Seeland gesichert werden.»

Skeptische Berner

Weniger positiv sind die Berner dem Projekt gesinnt. Christoph Neuhaus, Berner SVP-Regierungsrat, findet das Projekt grundsätzlich gut, rechnet aber vor: «Der Kanton muss nach Bundesvorschrift 82’000 Hektaren Fruchtfolgeflächen vorweisen können. Der Kanton hat aber nur noch 300 Hektaren (Red: Vielen Dank für den Hinweis. Wir haben uns vertippt. Es sind 300 und nicht 300’000 ha) überschüssig. Ob sich der Kanton Bern leisten kann, die knappen Reserven für das Treibhaus zu verwenden, ist fraglich» sagt Christoph Neuhaus gegenüber der Berner Zeitung.

Nachdem die Berner Zeitung einen Artikel über das Treibhausprojekt veröffentlicht hat, verfasste die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz eine Medienmitteilung. Das Seeland sei eine der imposantesten weiten Landschaften der Schweiz. Weiter sprechen die Landschaftsschützer von einer grossflächigen «Verglasung» des Seelandes.

Das Konzept

Für den geplanten Treibhauskomplex würden 120 Vollzeitstellen geschaffen. Jährlich würden dabei 3000 bis 4000 Tonnen Gemüse produziert. Mittels Solarpanels soll Strom produziert werden. Für die Bewässerung soll das Regenwasser aufgefangen und verwendet werden. Die Verantwortlichen wollen aus Bioabfällen Dünger und Strom erzeugen. Die Fenaco ist im Projekt involviert.


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