Montag, 5. Dezember 2022
15.08.2013 10:33
Klima

Dürre und Stürme heizen Klima besonders stark auf

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Von: sda

Wetterextreme wie Dürren, Hitzewellen, Stürme und Starkregen kurbeln den Klimawandel besonders stark an. Sie vermindern drastisch die Menge an Kohlendioxid, die Pflanzen aus der Atmosphäre entfernen können, berichtet ein internationales Forscherteam mit Schweizer Beteiligung im Fachblatt «Nature».

Demnach nimmt die Vegetation im Schnitt jährlich rund elf Milliarden Tonnen weniger Kohlendioxid auf als in einem Klima ohne Wetterextreme. «Das entspricht in etwa der Menge an Kohlenstoff, die an Land jährlich längerfristig gespeichert wird», sagte Studienleiter Markus Reichstein vom Max-Planck-Institut (MPI) für Biogeochemie in Jena am Donnerstag in einer Mitteilung des MPI. «Sie darf daher nicht vernachlässigt werden.»

Erstes Grossereignis von vielen

Alarmiert hat die Forscher die Hitzewelle in Mittel- und Südeuropa im Sommer 2003. Ihre Messungen deuteten darauf hin, dass solche Ereignisse die Pufferwirkung der Landökosysteme auf das Klima schwächen. Pflanzen und Böden hätten in den vergangenen 50 Jahren bis zu 30 Prozent der von den Menschen freigesetzten Kohlendioxid-Menge aufgenommen.

Also erkundeten Forscher aus acht Nationen, darunter der Schweiz, die Folgen von Extremereignissen auf Wälder, Sümpfe, Graslandschaften und Ackerflächen. Mit Satellitenmessungen und einem weltweiten Netzwerk von 500 Messstationen schätzten sie ab, wie viel Kohlenstoff ein Ökosystem in Form von Kohlendioxid aufnimmt und abgibt.

Dürre am schädlichsten

Es zeigte sich, dass vor allem extreme Dürreperioden – respektive die Trockenheit – die aufgenommene Menge an Kohlenstoff deutlich reduzieren. Eine Dürre schadet Bäumen nicht nur direkt, sondern macht sie auch anfälliger für Schädlinge und Feuer. Somit würden Waldökosysteme langfristig am stärksten leiden, teilte die Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) des ETH-Bereichs mit.

Das Schweizer Team von der WSL, vom Oeschger Zentrum für Klimaforschung in Bern und der ETH Zürich hat nachgewiesen, wie empfindlich Schweizer Wälder auf Extreme reagieren. «Mit der Analyse von Jahrringdaten konnten wir extreme Einflüsse auf Wälder nachweisen, die mehrere hundert Kilometer voneinander entfernt wuchsen», sagte Mitautor David Frank von der WSL in der Mitteilung. Diese seien etwa 1976, 1948, 1846, 1601 und 1540 aufgetreten.

Viermal mehr Hitzewellen bis 2040

Das Fazit der aktuellen «Nature»-Studie: Ähnlich wie bei Lawinen oder Erdbeben beeinflussen wenige grosse Ereignisse den globalen Gesamteffekt besonders stark, während häufige kleine Ereignisse weniger ins Gewicht fallen. Zwar gebe es derzeit noch nicht mehr Dürren, Hitzewellen, Stürme und Starkregen wegen des menschengemachten Klimawandel.

Doch erst am Mittwoch berichteten deutsche Forscher, dass die Welt bis 2040 viermal stärker unter Hitzewellen leiden wird als heute. Dann würde die Atmosphäre durch die zusätzlichen und heftigeren Wetterextreme auch mit zusätzlichem Kohlendioxid belastet, sagte Reichstein. «So ergäbe sich ein sich selbst verstärkender Effekt.»

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