25.10.2018 09:14
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Luftverschmutzung
Effekt von Feinstaub überschätzt
Luftverschmutzung kommt selten allein: Wo die Abgasbelastung hoch ist, dröhnt meist auch Verkehrslärm. Beides erhöht das Risiko für Herzinfarkte. Wie Basler Forschende nun zeigen, könnte deshalb der Effekt von Feinstaub auf die Herzgesundheit überschätzt worden sein.

Luftverschmutzung schadet der Gesundheit. Gleiches gilt für Flug-, Schienen- und Strassenverkehrslärm. Da bedenkliche Abgasbelastungen der Luft in der Regel dort auftreten, wo auch Verkehrslärm vorherrscht, könnten frühere Studien den Effekt der Luftverschmutzung auf das Risiko für Herzinfarkte überschätzt haben. Das berichten Forschende des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts (Swiss TPH) im Fachblatt «European Heart Journal».

Das Team um Martin Röösli vom Swiss TPH untersuchte die Auswirkungen von Luftverschmutzung und Verkehrslärm auf Todesfälle durch Herzinfarkt in der Schweiz im Zeitraum von 2000 bis 2008. Das teilte das Institut am Mittwoch mit. Dabei stellten die Forschenden fest, dass Analysen, die nur die Feinstaubbelastung am Wohnort berücksichtigten, eine Steigerung des Herzinfarktrisikos um 5,2 Prozent pro 10 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft ergaben. Berücksichtigte man auch den Verkehrslärm, fiel der Anstieg der Risikos auf nur noch 1,9 Prozent.

Lärm erhöhe unabhängig davon das Herzinfarktrisiko, so das Resultat der Wissenschaftler: Die Studie zeige, dass Verkehrslärm, je nach Quelle, das Risiko für einen Herzinfarkt um 2,0 bis 3,4 Prozent pro 10 Dezibel Erhöhung des durchschnittlichen Schalldruckpegels zu Hause ansteigen lasse, erklärte Röösli gemäss der Mitteilung.

Das höchste Risiko für einen Herzinfarkt haben laut der Studie Menschen, die sowohl Verkehrslärm als auch Luftverschmutzung ausgesetzt sind. Die Gesundheitseffekte beider Belastungen addieren sich demnach, schrieb das Swiss TPH. «Die öffentliche Diskussion konzentriert sich oft auf die negativen gesundheitlichen Auswirkungen von Luftverschmutzung oder Lärm, berücksichtigt aber nicht die kombinierten Auswirkungen», so Röösli.

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