27.05.2020 15:28
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Coronavirus
Egger kritisiert Disziplinlosigkeit
Matthias Egger, der Chef der Covid-19-Taskforce des Bundes, warnt vor allzu schnellen Lockerungen. Wichtig seien vor allem die Abstands- und Hygieneregeln. Genau diese könnten allerdings bei Grossveranstaltungen nicht eingehalten werden.

Der Bundesrat wollte am Mittwoch über weitere Entscheide zu den Lockerungen der Massnahmen gegen die Corona-Pandemie informieren. Es stand die Frage im Raum, ob wieder Veranstaltungen mit grösseren Menschenansammlungen zugelassen werden.

Entscheidend sei die Reproduktionszahl, also wie viele Menschen ein mit dem Coronavirus Infizierter anstecke. Sollte diese wieder über 1 klettern, «wird man die geplanten Lockerungen nochmals überdenken müssen», sagte Egger in einem Interview mit der «Luzerner Zeitung» vom Mittwoch.

Vor dem 8. Juni werde man sehen, welche Auswirkungen die Lockerungen vom 11. Mai hatten. Im Moment sei dies noch zu früh. «Man sollte auch genau hinschauen, wo es zu Ausbrüchen gekommen ist», sagte Egger. «Daraus könnte man gezielt regionale Massnahmen ableiten. Viele Regionen der Schweiz werden nicht betroffen sein. Gewisse Lockerungen, zum Beispiel im Tourismus, könnte man trotzdem ermöglichen.»

Egger kritisiert eine aufkommende Disziplinlosigkeit in Teilen der Bevölkerung, was die Einhaltung der Schutzmassnahmen betrifft. Er nennt als Beispiel «wilde Fussballspiele» wie jenes von Lausanne am vergangenen Donnerstag.

 

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