22.09.2013 20:25
Quelle: schweizerbauer.ch - Brigitte Hunziker Kempf
Ausbildung
Ein Traum mit zwei Standbeinen
Vor etwas über einem Jahr hat sie mit ihrer Berufsausbildung begonnen. Mia Schriber lernt zurzeit Landwirtin und absolviert parallel dazu die naturwissenschaftliche Berufsmaturität am Strickhof in Lindau.

Dass Mia Schriber Landwirtin werden will, war für sie schon von Kindesbeinen an klar. Sie ist in Dillhaus ZH neben einem Bauernhof aufgewachsen. «Ich habe schon als kleines Mädchen viel Zeit auf dem Hof verbracht», erinnert sich die heute 16-Jährige. Sie hat geholfen, Kühe zu melken, zu heuen und durfte vor Ort auch eigene Ziegen halten.

Noch heute stehen auf dem Nachbarsbetrieb zwei ihrer Vierbeiner, Lisa und Käthi. Die Mischlings-Ziegen sehen ihre Besitzerin nicht mehr gar so häufig wie auch schon. Die landwirtschaftliche Ausbildung absolviert sie auf verschiedenen Betrieben und wohnt während der Woche jeweils dort. Im ersten Lehrjahr arbeitete sie bei Martin Hübscher in Liebensberg (Kanton Zürich). Das zweite Jahr hat sie nun in Fehraltorf bei Thomas Bachmann gestartet. Dort stehen 120 Kühe in einer Tierhaltungs-Gemeinschaft. Und welche Arbeit erledigt sie auf dem Betrieb am liebsten? Mia Schriber muss nicht lange überlegen: «Natürlich des Melken der Kühe.»

Körperliche Arbeit

Die Arbeit als Landwirtin ist für sie körperlich anstrengend. «Vor allem am Anfang war ich abends sehr müde.» Für ihren Körper ist der Besuch der Schule ein willkommener Ausgleich, und ihr Geist wird an diesen Tagen mit viel Wissen und Informationen gefüttert. «Ich war in der Oberstufen-Schule eine gute Schülerin, und man hat mir empfohlen, das Gymnasium zu besuchen. Aber das wollte ich nicht», so Mia.  Sie wollte ihren Traum erfüllen. «Im Berufsbildungszentrum erfuhr ich von der Möglichkeit, die naturwissenschaftliche Berufsmaturitätsschule während der Lehrzeit zu absolvieren.» So gehört – so getan. Sie suchte Betriebe, die ihr diesen Weg ermöglichen. «Ich bin sehr froh darum, dass ich fündig wurde und nun meinen Traum leben darf.»

Vormatur in Französisch

Vor wenigen Tagen hat sie das zweite Lehrjahr begonnen – im Stall wie in der Schule. An der naturwissenschaftlichen Berufsmaturitätsschule am Strickhof in Lindau stehen neue Fächer auf dem Stundenplan, wie zum Beispiel Geschichte und Informatik. In diesem Ausbildungsjahr wird sie auch die Vormatur im Fach Französisch und die interdisziplinäre Abschlussarbeit absolvieren. Angst hat sie keine davor – Französisch liegt ihr, und auf die Abschlussarbeit ist sie sehr gespannt. Auch Mathematik-Stunden besucht sie gerne. «Eigentlich habe ich alle Fächer gerne.»

Trotzdem empfindet sie die Kombination von Berufsbildung und naturwissenschaftlicher Berufsmaturitätsschule manchmal als streng. «Ich bin halt ziemlich ehrgeizig und möchte alles korrekt machen.» Vor allem abends nach einem Arbeitstag ist es nicht immer einfach, sich hinzusetzen und konzentriert Aufgaben zu erledigen. Für Mia Schriber ist klar, dass der gewählte Weg für sie der richtige ist.  «Mit der Kombination Berufsausbildung und BMS kann ich später immer ein Studium beginnen.»

Ausbildung

Absolventen der naturwissenschaftlichen Berufsmaturität (N-BMS) am Strickhof in Lindau öffnen sich Türen in eine spannende Berufswelt. 85% von ihnen gehen direkt nach der Berufsmatur an eine Fachhochschule.  Die Ausbildung kann auf drei verschiedenen Wegen absolviert werden: im Vollzeitstudium während eines Jahres, während zwei Jahren berufsbegleitend oder während dreier Jahre lehrbegleitend zur Berufsausbildung. «Die N-BMS ist ideal für Menschen, die sich vertieft mit Biologie, Chemie/Physik und Mathematik befassen wollen», erklärt Corinne Maurer, die Leiterin des N-BMS-Lehrganges.
Am 27. November 2013 startet der Vorbereitungskurs «Mathematik» für die BMS-Aufnahmeprüfungen im März 2014. bhk
www.strickhof.ch

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