23.03.2018 16:07
Quelle: schweizerbauer.ch - Esther Schneiter
Blog
Eine aufregende Zeit steht bevor
Esther Schneiter ist zurück auf schweizerbauer.ch. Nach den Blogs aus Neuseeland, von der Alp Meienfall im Diemtigtal und der Alp Pfidertschegg im Eriz, wird Esther Schneiter in den kommenden Monaten wieder aus ihrem Leben als Lehrerin, Landwirtin und Lernende berichten.

Vor drei Jahren war ich in Neuseeland. Damals zog ich von Farm zu Farm und arbeitete für Kost und Logis mit. So lernte ich den Farmeralltag mit allen spannenden und wunderbaren Facetten kennen. Genau genommen war ich vor exakt drei Jahren, am 23. März, im Norden der Südinsel und gelangte via Fähre auf die Nordinsel.

Von Neuseeland ins Diemtigtal

Mein damaliger Freund Tobias kam mich für zehn Tage besuchen. Ich weiss, zehn Tage sind nicht gerade lange, doch für einen eingefleischten Schweizer Bauer, der noch nie Ferien genoss, ist dies eine beträchtliche Zeit. Während den drei Monaten, in welchen ich das Land auf der anderen Seite der Welt erkundete, schrieb ich meinen ersten Blog, damals noch unter meinem ledigen Namen Siegenthaler.

Direkt nach Neuseeland reiste ich auf die Alp Meienfall im Diemtigtal BE, wovon ich meinen zweiten Blog schrieb. Ich erinnere mich noch genau, wie ich in Neuseeland als Schweizer-Baby-Bauer geneckt wurde, weil wir die Kühe angebunden haben, Wert auf schöne Hornstellung und lange saubere Kuhschwänze legen würden.

Das Bergfieber packte

Wir würden unsere Tiere wie Kinder behandeln, hiess es immer. Genau eine solche Alp habe ich ausgewählt, um meinen Horizont als Zusennin zu erweitern. Mit viel Liebe jochte meine Chef Res Stocker die Kälber und wir wuschen immer wieder die Schwänze. Ein Sommer, geprägt von schönem Wetter, liess mich viel vom urchigen und wunderbaren Älplerleben lernen.

Im Winter darauf ging der Alltag als Lehrerin, nach neun Monaten Pause, wieder los. Zudem heiratete ich im Januar 2016 Tobias Schneiter aus Fahrni b. Thun. Wir begannen unsere Zukunftspläne konkreter zu schmieden. Vor allem was unser Bauvorhaben für den Neubau der Scheune betrifft. Der Frühling stand plötzlich vor der Türe. Das Bergfieber packte mich und ich verbrachte mit Töbu den Sommer auf unserer Alp Pfidertschegg im Eriz. Im dritten Blog beschrieb ich mit viel Freude unseren spannenden Alltag, der immer wieder für eine Überraschung gut da ist und uns meist als glückliche Bauern einschlafen lässt.

Neubau des Laufstalls

Und schon war wieder ein Jahr vorbei, im Februar 2017 war Baustart. Unser Projekt: Neubau eines Laufstalls für 46 Kühe plus Umbau der alten Kuhscheune für 28 Rinder, stand auf dem Programm. Wegen der Zusatzbelastung durch den Bau haben wir für Unterstützung auf der Pfidertschegg geschaut. Wir konnten uns voll und ganz den Arbeiten im Tal zu widmen und am 18. August 2017 mit den laktierenden Kühen in den neuen Stall ziehen. Was für ein Tag für uns: Zufriedenheit, unglaubliche Freude, wahnsinniges Glück und auch ein bisschen Stolz beschreiben das Gefühl nur annähernd.

Nun ist der erste Winter im neuen Stall vorüber. Bestimmt haben die umliegenden Bauern viel über uns geschwatzt, vor allem in der kalten Woche im Februar. Denn wir haben einen Offenstall gebaut, möglichst einfach, ohne unnötigen Schnickschnack. Ein solches Projekt wird in unserer Umgebung nicht oft gesehen. Deshalb haben wir uns entschieden, unsere Stalltüren für zwei Tage zu öffnen. Am Karfreitag und Ostersamstag heissen wir alle Interessierten herzlich willkommen und freuen uns auf viele Besucher.

Am Samstag ist Viehschau

Doch vor dem Osterwochenende steht am Samstag die Viehschau an. Wir werden zehn Kühe auf dem Schauplatz präsentieren. Anschliessend geht es weiter mit der mündlichen Prüfung in der Mechanisierung und der ersten Hofprüfung. Nebenbei absolviere ich die Nachholbildung zur Landwirtin am Inforama Hondrich. Im Juni und Juli wird uns eine Studentin aus Deutschland auf der Alp unterstützen.

Ich bin sehr gespannt und voller Vorfreude auf diese Begegnung, denn Marie isst aus Überzeugung keine Produkte aus Massentierhaltung. In Deutschland bedeutet dies: keine Eier, keine Milch und kein Fleisch. Mal sehen, ob sie Milch von unseren Kühen trinkt? Im August startet Ariane ihr erstes Lehrjahr als Landwirtin bei uns, zudem haben wir weitere Projekte geplant, wie die Sanierung der Alpzufahrt. So wird uns bestimmt nie langweilig und ich freue mich, aus meinem Alltag zu berichten zu können.

Mehr zum Betrieb von Esther und Tobias findet Ihr hier

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