23.08.2013 10:11
Quelle: schweizerbauer.ch - Rosmarie Brunner-Zürcher
Schwingen
«Eine gewisse Anspannung ist spürbar»
Zum fünften Mal nimmt Martin Koch am Eidgenössischen teil. Mental ist er stark, Nervosität kennt er nicht.

Mit Martin Koch ein Treffen zu vereinbaren, ist nicht einfach, denn der Schwinger aus dem luzernischen Schlierbach arbeitet als Angestellter eines Lohnunternehmers und hat im Sommer wenig freie Zeit. Zwischen Feierabend und Trainingsstunde klappt es schliesslich doch noch, und Martin Koch erzählt, wie er sich aufs Eidgenössische Schwing- und Älperfest in Burgdorf vorbereitet.

Fünftes Eidgenössisches

«Ich bin mein eigener Trainer, einen Coach oder so habe ich nicht», sagt der gelernte Landwirt. «Aber natürlich kann ich für Ratschläge auf meine eigenen Leute zurückgreifen.» Ernährung, Trainingsaufbau, Ruhepausen – Martin Koch stellt sich sein Programm selbst zusammen. Mit bald dreissig Jahren ist es sein fünftes Eidgenössisches Schwingfest, in Nyon war er 2002 als Siebzehnjähriger zum ersten Mal mit dabei.

Der zweifache Eidgenosse hat bisher 53 Kränze gewonnen. Das Ziel ist auch an diesem Eidgenössischen der Kranzgewinn und eine gute Platzierung. Ist Martin Koch nervös? «Nein, nervös nicht, jedoch ist eine gewisse Anspannung spürbar. Ich nehme das Eidgenössische wie jedes andere Schwingfest auch, eine spezielle Vorbereitung betreibe ich auf dieses Fest nicht.» Im Winter und Frühling trainiert er viermal pro Woche Schwingen, Kraft, Ausdauer und Technik. Nach Beginn der Schwingfeste und auch wegen der saisonal bedingt zunehmenden Arbeit wird auf zwei bis drei Trainings pro Woche reduziert.

Rang 12

Schwingen ist Martin Kochs Leidenschaft, seit er dreizehn Jahre alt ist. Damals hat er im Schwingklub Surental mit diesem Sport begonnen, der ihn noch heute begeistert und den auch schon sein Vater betrieben hat. Noch nie musste er sich mit grösseren Verletzungen herumschlagen, kleinere Verletzungen hingegen kennt er schon, «aber das ist auf diesem Niveau normal.» Koch ist einer von 85 nominierten Innerschweizern und auf der aktuellen «Schlussgang»-Rangliste auf Rang 12 zu finden.

Schwingen habe in den letzten Jahren deutlich an Attraktivität gewonnen, findet Martin Koch. Die Sportart sei populär geworden. «Früher kamen an Schwingfeste nur Leute, die einen direkten Bezug dazu hatten, zum Beispiel einen Verwandten hatten, der mitmachte, oder selbst früher Schwinger waren.» Heute ist das anders, Berührungsängste zum traditionellen Schwingsport sind weniger vorhanden, und Menschen aus allen Bevölkerungsschichten kommen an die Schwingfeste – einfach so, weil sie das Spektakel lieben und die Atmosphäre geniessen.

Wäre gerne Bauer

Sein Hobby mit dem Beruf zu vereinbaren, ist für Martin Koch nicht immer einfach, ein entgegenkommender Arbeitgeber ist wichtig. Dies war bei der früheren Arbeitsstelle kein Problem, und auch jetzt,  bei Christoph Hofstetter in Grosswangen, funktioniere das gut.

Die Arbeit beim Lohnunternehmen gefällt ihm gut. «Noch lieber aber wäre ich Bauer», sagt Martin Koch. Vielleicht ergibt sich ja einmal die Möglichkeit, einen eigenen Hof zu führen oder aber einen Betrieb zu pachten. Auf dem Hof in Geuensee, auf dem er aufgewachsen ist, war dies leider nicht umsetzbar. So oder so: Bis dahin widmet sich Martin Koch voll und ganz Hobby und Beruf

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