10.09.2018 08:40
Quelle: schweizerbauer.ch - Paul Stalder
Garten
Eine Insel der Vielfalt für Bienen
Gärten werden neu angelegt, vergrössert, verkleinert, umgestaltet. Doch wird dem Nutzen für die Umwelt, z.B. der Bienen, Hummeln und anderen wertvollen Insekten auch genügend Beachtung geschenkt?

Gärten mit ihrer Vielfalt sind für die Entwicklung der Bienen von sehr grosser Bedeutung.  Es gibt kaum bepflanzte Flächen, die auf kleinem Raum eine so grosse Pflanzenvielfalt aufweisen wie die Gärten. Die landwirtschaftlichen Nutzflächen werden heute stark bewirtschaftet. Dadurch kommen wichtige Nahrungsspender für Bienen kaum mehr oder nur für kurze Zeit zum Blühen.

In Gärten blühen eine Vielfalt von verschiedensten Nahrungspflanzen (Trachtpflanzen), die über das ganze Kulturjahr blühen und den Bienen, Hummeln und anderen Insekten für Pollen und Nektar zur Verfügung stehen. Sicher, das Potenzial der Gärten und anderen extensiven Flächen könnte noch besser für diesen ökologischen Ausgleich genutzt werden.

Ehemalige Kulturflächen

Kleiner werdende Familien, Zeitmangel oder auch die Gesundheit können dazu führen, dass wir nur noch Teile des Gartens bewirtschaften können. Um den Garten nicht verkleinern zu müssen und damit die Kulturflächen für die kommende Generation erhalten bleibt, lohnt es sich, diese Flächen mit einer extensiven Dauerpflanzung zu begrünen.

Anstelle einer gesäten Blumenwiese können hier für Insekten trachtreiche Pflanzen ausgewählt werden, die sehr extensiv sind, schön blühen, zum Teil noch als Kräuter in der Küche verwendet werden können und über Jahre nicht ausgewechselt werden müssen. Oregano, Thymian, Lavendel, Bergbohnenkraut, verschiedene Minzen, allen voran die Katzenminze (Calametha), Sedum-Arten u.a. sind Pflanzen, die sehr dicht wachsen und ein Aufkommen von Gartenunkräutern unterdrücken.

Sie blühen über viele Wochen im Sommer, wenn Bienen Mühe haben, Futter zu finden. Sie sind einfach zu pflegen und werden nur einmal, im Herbst, bis auf den Stock heruntergeschnitten. Während des Sommers können Oregano, Thymian u.a. zudem auch in der Küche verwendet werden.

Blumenbeete

Das Anpflanzen von Blumenbeeten übers Jahr ist mit viel Arbeit und Geld verbunden. Auch hier lässt sich der Aufwand deutlich vermindern, wenn mehrjährige Blütenpflanzen miteinbezogen werden. Natürlich wird darauf geachtet, dass sie schön sind, über eine lange Zeit blühen und erst noch als Futterpflanzen für Bienen und andere Insekten zur Verfügung stehen.

So kann zum Beispiel flachwachsender Thymian als Randbepflanzung, Lavendel für die Mitte eines Blumenbeetes und Oregano, Ysop oder niedrig wachsende Minze punktuell ins Blumenbeet eingepflanzt werden. Nur noch die restlichen Flächen werden mit Saisonblumen ausgefüllt, um dem Beet einen jahreszeitlichen Charakter zu geben. Dabei verliert das Blumenbeet seine Schönheit nicht. Der Aufwand wird aber bedeutend reduziert, und der ökologische Wert steigt.

Extensive Flächen

Um den Pflegeaufwand von Grünflächen über den Sommer zu reduzieren, können diese ebenfalls mit einer Dauerpflanzung von trachtreichen Pflanzen begrünt werden. Die Pflanzfläche wird mit einer Stechschaufel mit der bestehenden Vegetation umgegraben und dann gleich bepflanzt. Dabei werden die  oben erwähnten Pflanzen ausgewählt. Einheimischer Oregano  hat den Vorteil, dass er schnell wächst und sich ausbreitet.

Er ist ein ausgezeichneter Konkurrent gegenüber der Wildvegetation und den Ackerunkräutern. Nebst den erwähnten Thymian, Bohnenkraut, Calamentha (Minze), Lavendel und Ysop, lässt sich das Sortiment erweitern mit Ajuga (Günsel), Malven, Heuchera (besonders für Wildbienen) Sedum «Herbstfreude» u.a.

Mit einer guten Zusammensetzung entsteht eine wunderschöne Blumenwiese die, ergänzt mit Blumenzwiebeln, vom frühen Frühjahr bis tief in den Herbst hinein blüht. Ein richtiges Buffet für Bienen Hummeln und andere Insekten.

Wert der Bepflanzung

Wer  an einem schönen Sommertag eine solche Blumenwiese begeht und das Summen der unzähligen Bienen, Hummeln und Co. hört, kann den Wert einer solchen Bepflanzung verstehen.

Die Wiese wird nur einmal im Spätherbst mit einer Heckenschere, von Hand oder mit einer Motorsense bis auf Handbreite  gemäht. Beim Mähen auf den Lavendel Rücksicht nehmen. Dieser sollte nicht zu tief geschnitten werden.

Gartenarbeiten im September

Nüssler zum Überwintern nur noch in den ersten Septembertagen aussäen, bei späteren Saaten bleiben die Pflanzen zu klein. Kresse, Rucola und frühe Radiesli können noch bis Mitte Monat ins  Freie gesät werden, dann nur noch geschützte Kultur im Treibbeet oder im Kleingewächshaus.

Die letzten Bohnen werden geerntet, nebst Saisongemüse auch Gurken, Zucchetti, Peperoni, Auberginen und Tomaten.

Werden zwischen Mitte und Ende September die Rosenkohlstauden geköpft, entwickeln sich die Rosen in den Blattachseln viel schöner und gleichmässiger. 

Bei Gefahr von frühen Frösten Knollensellerie und Fenchel zum Schutz vor Kälte leicht anwalmen.

Leer stehende Flächen lockern und mit Gründüngung (Grünschnittroggen oder Winterroggen) ansäen, damit der Boden nicht von Unkraut überwuchert wird.

Bei Balkonpflanzen, die überwintert werden, die Düngung ab Mitte bis Ende Monat einstellen.

Bei Clivien und übersommerten Amaryllis jetzt die Düngung und ab Mitte Monat Wassergaben einstellen.

Bartnelken, Fingerhüte und Glockenblumen für das Frühjahr jetzt pflanzen.

Wo Stauden geteilt, verpflanzt oder neu gepflanzt werden, geschieht das jetzt oder im zeitigen Frühjahr.

Herbstpflanzungen von Himbeeren, Brombeeren, Taybeeren, Dorman Red und Japanischen Weinbeeren werden im September vorgenommen, damit diese noch einwurzeln können. 

Jetzt wird der letzte Kompost schichtweise aufgesetzt und mit einer Abdeckung vor Regen geschützt. Nach zwei Wochen Abdeckung entfernen und mit Grünschnittroggen ansäen. Der Kompost bleibt liegen bis im Frühjahr und muss nicht gewendet werden. 


 

 

 

 

 

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