23.07.2014 19:01
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Hochwasser
Ende des Dauerregens entspannt die Hochwassersituation
Im Laufe des Mittwochvormittags hat es in der Schweiz aufgehört zu regnen. Die Pegel der Hochwasser führenden Flüsse, Seen und Bäche beginnen langsam zu sinken. Die Schifffahrt nimmt ihren Betrieb allmählich wieder auf, auf den Strassen herrscht bereits wieder Normalzustand.

Im Laufe des Mittwochvormittags hat es in der Schweiz aufgehört zu regnen. Die Pegel der Hochwasser führenden Flüsse, Seen und Bäche begann langsam zu sinken. Die Schifffahrt nahm ihren Betrieb allmählich wieder auf, auf den Strassen herrschte bereits wieder Normalzustand. Zwar gab in der Schweiz am Mittwoch noch kein typisches Sommerwetter, doch regnete es zum ersten Mal seit langer Zeit flächendeckend nicht mehr. Der Niederschlagsradar von MeteoSchweiz blieb weitgehend leer. Der intensive Dauerregen - vor allem auf der Alpennordseite - nahm ein Ende.

Die Pegel von Bächen, Flüssen und Seen, die am Dienstag noch bedrohlich angeschwollen waren, begannen langsam zu sinken. In mehreren Regionen gaben die Behörden vorsichtige Entwarnung der Hochwassersituation.

Entspannung in der Berner Matte

Das Stadtberner Mattequartier blieb in der Nacht auf Mittwoch trocken. Die örtliche Feuerwehr hatte am Dienstag die Quartierbewohner per SMS vor einem möglichen Hochwasser gewarnt. In der Nacht auf Mittwoch sei es im Mattequartier ruhig geblieben, sagte Walter Zysset von der Stadtberner Berufsfeuerwehr auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Der Durchfluss der Aare sei mit gut 380 Kubikmetern pro Sekunde hoch gewesen, zu Überflutungen sei es aber nicht gekommen.

Am Mittwochabend führte die Aare noch 372 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, der Pegel war also leicht rückläufig. Die Feuerwehr baute die eingerichteten Hochwassersperren wieder ab, wie Zysset ausführte. Die Uferwege entlang der Aare wurden wieder freigegeben.

Auch im übrigen Kantonsgebiet begann sich die Hochwasserlage zu entspannen. Die Pegel der meisten Gewässer waren am Mittwoch stabil oder sanken, wie ein Blick auf die Wasserdaten auf der Webseite des Kantons Bern zeigte.

Reuss-Abfluss sinkt rasch

Auch im Kanton Aargau entschärfte sich die Hochwasserlage. Die Pegelstände von Reuss, Aare und Rhein sanken in der Nacht auf Mittwoch. In der Reuss bei Mellingen ging der Abfluss bis am Mittwochabend gegenüber dem Höchststand um einen Drittel auf 370 Kubikmeter pro Sekunde (m3/s) zurück.

Nach Angaben des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) sank auch der Wasserstand der Aare in Untersiggenthal-Stilli. Am Mittwochabend wurde bei der Messstelle ein Abfluss von 1360 m3/s registriert. Der Pegel des Rheins in Rheinfelden ging nach dem Höchstwert um Mitternacht zurück. Ein Abfluss von 2280 m3/s wurde gemessen.

In Unterwindisch an der Reuss sowie in Wallbach am Rhein waren am Dienstag Vorbereitungen getroffen worden, um gegen ein Hochwasser gewappnet zu sein. Feuerwehren installierten mobile Hochwasserschutzelemente oder legten diese vor Ort bereit.Grosse Schiffe fahren wieder
Die Grossschiffahrt bei Basel wurde am Mittwochmittag wieder ganz freigegeben. Die Aufhebung der Sperrung erfolgte, nachdem der Pegel Basel-Rheinhalle die kritische Marke von 790 Zentimetern unterschritten hatte, wie die Schweizerischen Rheinhäfen mitteilten.

Bereits einige Stunden zuvor war die Teilstrecke zwischen Basel und Kembs (F) freigegeben worden. Auch Kleinschiffe und Fähren dürfen wieder fahren. Der Pegel weise weiter fallende Tendenz auf, hiess es. Heikel ist die Passage am Rheinknie bei Hochwasser insbesondere wegen der tiefen und engen Bogen der Mittleren Brücke in Basel. Eingestellt bleibt die Schifffahrt auf der Aare zwischen Biel und Solothurn - bis und mit Donnerstag, wie die Bielersee-Schifffahrts-Gesellschaft auf ihrer Homepage schrieb.

Gefahren lauern weiterhin

Im Strassenverkehr gab es praktisch keine Beeinträchtigungen mehr. Am Abend noch geschlossen war nach Angaben des Touring Club Schweiz (TCS) die Kantonsstrasse zwischen Hergiswald LU und Obernau LU bei Kriens LU, die bis mindestens Freitag geschlossen bleibt. Die Kantonsstrasse im Walliser Lötschental zwischen Wiler und Blatten wurde derweil wieder freigegeben.

Dass immer noch Gefahren lauern, zeigte ein Zwischenfall am Mittwoch in Lörrach (D) bei Basel. Dort brachte sich eine Frau in Lebensgefahr, als sie ihren Hund aus der Hochwasser führenden Wiese retten wollte. «In letzter Sekunde» sei die 33-Jährige von Arbeitern aus den Fluten gerettet worden, teilte die Polizei mit.

Die Frau wurde mit einen Schock ins Spital gebracht. Der Hund trieb ab und wurde bislang nicht gefunden.

www.schweizerbauer.ch/wetter

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