8.07.2016 08:05
Quelle: schweizerbauer.ch - Esther Schneiter
Alpblog
Endlich Sommer – eine Traumwoche
Esther Schneiter bloggt wieder. Im Winter 2014-2015 bloggte sie - noch unter ihrem ledigen Namen Siegenthaler - von Neuseeland aus. Letzten Sommer bloggte sie über den Alpsommer in Meienfall im Diemtigtal BE. Nach ihrer Heirat ist sie diesen Sommer mit ihrem Mann auf der Alp Fiedersegg in Horrenbach BE.

Nach einem regenreichen Samstag, es hat wieder den Weg auf die Pfidertschegg ausgeschwemmt, meldet sich der Sommer am Sonntag zurück. Tobias mäht mit dem Motormäher den Rand der Landfläche, auch anmähen genannt, und die Hostet. Ich kann mit dem Traktor und Frontmähwerk mähen.

Erstes Mal mit Ladewagen laden

Am Montag haben wir eine Besprechung fürs neue Schuljahr, so komme ich erst gegen drei Uhr nach Hause. Kaum angekommen, instruiert mich Töbu in die Technik des „Ladewägele“, also wie das Emd in den Ladewagen einzufüllen ist. Ich habe dies bisher so noch nie gemacht. Am Anfang achte ich zu wenig auf die hohe Tourenzahl, so hat es beim Pickup vermacht. Sonst ist bei den insgesamt acht Füllungen alles gut verlaufen.

Auch der neue Heukran, wir legen zum ersten Mal Futter damit ein, funktioniert einwandfrei. Um 19.20 Uhr kommen wir endlich auf der Pfidere an, doch von Feierabend ist keine Rede. Die Tiere wollen auch noch versorgt werden. Auch wenn die letzten Kühe erst kurz vor 21 Uhr ins Freie können, werden sie von den Mücken und Bremsen geplagt.

Zeit um liegengebliebenes zu erledigen

Am Dienstag geht Töbu wieder anmähen. Für mich ist es ein ruhiger Tag. Ich kann liegengebliebenes erledigen. Nicht nur auf den Feldern ist es wachsig, auch im Garten. Vor allem das Unkraut spriesst schnell. So rupfe ich dieses aus, backe Brot, putze endlich wieder einmal, wasche Wäsche und so weiter. Am Abend sind wir frühzeitig wieder auf der Alp.

Momentan haben wir aber ein „Grippeli-Problem“, viele Rinder müssen behandelt werden. Bei der letzten Weide entstand beim relativ kleinen Weideeingang viel Morast. Nun ist dies abgetrocknet, kleine Verletzungen entstehen oberhalb der Klauen. Dies ist bei der momentanen Feuchtigkeit und warmen Temperaturen ein ideales Paradies für Bakterien. Diese führen zu Entzündungen. Die lahmenden Rinder mit geschwollenen Beinen müssen wir gezwungenermassen behandeln.

Und wieder wird gemäht

Und wieder habe ich am Mittwoch Termine und bin wenig auf dem Hof. Nebst den nötigsten Alltagsarbeiten wie Pflanzen giessen bleibt nur Zeit, um die Kälber auf dem Pachtbetrieb in den Stall zu treiben sowie das liegengebliebene Emd von vergangen Montag einzusammeln. Tobias mäht wieder knapp vier Hektar im eigenen Land.

Auch bei zwei Nachbarn geht er mähen. Um 21 Uhr haben wir Feierabend. Während ich den Blog schreibe, kocht Töbu Znacht. Eigentlich mag ich Teigwaren nicht besonders und auch Cervelats sind nicht gerade meine Leibspeise. Doch dies gemischt mit Ei von den eigenen Alphühnern und frischem Broccolie aus dem Garten, gegessen direkt aus der Bratpfanne, ist köstlich. Diese Einfachheit fasziniert mich immer wieder.

Onlineshop

Am Donnerstag werden wir weiteres Emd einführen. Ein Kollege, von welchem wir das Futter ab Feld kaufen, hat fünf Hektar gemäht. Rund die Hälfte kommt auf die Heubühne, der Rest wird feldgepresst. Auch unser Emd zu Hause werden wir teilweise belüften, teilweise Feldpressen.

Ich habe fast vergessen, mein Versprechen vom letzten Blog einzulösen. Der Bruder von Tobias und zwei Berufskollegen haben ihre IdPA (Interdisziplinäre Projektarbeit) über unsere Direktvermarktung geschrieben. Bisher haben wir via Mund-zu-Mund-Propaganda Hofprodukte und kleine Geschenkkörbe verkauft. Sie haben nun dies analysiert und durch die Erstellung einer Homepage die Vermarktungsstrategie verbessert. Der Onlineshop auf der Seite www.riverfarm.ch ist in der ersten Woche gut und unseren Erwartungen entsprechen angelaufen, was uns natürlich sehr freut.

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